Podcast: Was hat der Körper in der Forschung verloren? Ein Dialog über Theater und Körper in der transformativen Forschung.

100x Freire. Diálogos Centenário Paulo Freire. Der Podcast des Paulo Freire Zentrums.
100x Freire. Diálogos Centenário Paulo Freire. Der Podcast des Paulo Freire Zentrums.
Podcast: Was hat der Körper in der Forschung verloren? Ein Dialog über Theater und Körper in der transformativen Forschung.
Loading
/

Linda Raule (Theater der Unterdrückten Wien und Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt) im Gespräch mit Gerald Faschingeder.

Wissen und Wissensproduktion sind eingebettet in Machtstrukturen und Hierarchien. Hier kommt der Körper ins Spiel, denn im Körper finden sich Macht, Wissen und Hierarchien eingeschrieben. So zumindest sehen es dekoloniale und feministische Theorien. Diese kritisieren, dass herkömmliche Wissenschaft „andere“ Formen des Wissens unterdrückt und nicht als eine Form von ‚wahrem‘ Wissen anerkennt. Dazu gehört auch Wissen, das nicht der männlichen, weißen und heteronormativen Norm entspricht sowie Wissen, das nicht rein rational ist – wie eben verkörpertes Wissen.

Vor diesem, von Paulo Freire geprägten Hintergrund ist es wichtig, die eigene Forschungspraxis kritisch zu überdenken: Wie können wir unterschiedliche Formen von Wissen gleichwertig anerkennen? Wie muss Forschung aussehen,  die eine Reproduktion von Unterdrückungsstrukturen vermeidet und emanzipatorische Prozesse fördert?

In diesem Podcast erzählt Linda Raule von ihren Erfahrungen mit alternativen Forschungsmethoden und transformativen Theaterprojekten, in denen „verkörpertes Wissen“ die ihm zustehende Rolle spielen darf.

Unser Gast:

 

Linda Raule ist partizipative Theatermacherin in der Tradition Augusto Boals und Kultur- und Sozialwissenschaftlerin. Linda Raule arbeitet seit 2016 im TdU Wien (Theater der Unterdrückten) als Theaterpädagogin und unterrichtet aktuell an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS). 2019 schloss sie ihr Masterstudium Internationale Entwicklung (Universität Wien) mit genderkritischem Schwerpunkt und Fokus auf machtkritischer Bildungsarbeit sowie dekolonialen, feministischen Wissenschaftspraxen ab. Den Fokus ihrer Arbeit legt sie heute auf feministisches Körperwissen und verschiedene Formen partizipativen und künstlerischen Ausdrucks.

 

Ihr Artikel zum im Podcast erwähnten Forschungsprojekt „Act Out Loud!“ – Theatre and the Body in Transformative Resarch Praxis ist im Herbst 2020 in einer Special Issue des Journas für Entwicklungspolitik (JEP) erschienen und online frei zugänglich: https://www.mattersburgerkreis.at/site/de/shop/jepartikel/shop.item/1964.html

Foto © Natali Glišić

Veröffentlicht in Paulo Freire, Podcasts.