Das Paulo Freire Zentrum und Baobab spazieren zwei Mal durch die Stadt Wien und denken laut über Methoden der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit nach.
Gemeinsam mit Baobab werden zwei Stadtspaziergänge angeboten, bei denen Orte von besonderem sozialhistorischen Interesse erkundet werden. Aus Sicht der Pädagogik der Unterdrückten und des Globalen Lernens wird dort thematisiert, wie man an diesen Orten mit welchen Zielgruppen pädagogisch arbeiten könnte. Was könnte hier & jetzt Volksbildung, was Globales Lernen konkret bedeuten?
Viele NGOs haben Bedarf nach mehr pädagogischem Theoriewissen. Dieser könnte durch eine solche fachpädagogische Reflexion gedeckt werden. Wichtig für so einen, potentiell konfrontativen, Dialog ist die Lernbereitschaft von allen Seiten, ohne Angst davor, kritisierte Lehrgänge nicht mehr bezahlt zu bekommen.
Ziel
Ziel dieser Stadtspaziergänge ist die Reflexion der eingesetzten Methoden, damit die Schärfung unserer gemeinsamen Kenntnisse über die spezifischen Charakteristiken der unterschiedlichen Zugänge. Die Spaziergänge sollen eine freundschaftlich-kritische Auseinandersetzung ermöglichen.
Zielgruppe
Zielgruppe sind MultiplikatorInnen der Bildungsarbeit sowie Studierende mit einem spezifischen Interesse; max. 15-20 Personen.
Wohin führen die Spaziergänge?
1. Spaziergang: Karlsplatz: Diese Platz ist ein Spiegel gesellschaftlicher Widersprüche. Dem Zentrum der Stadt nahe, ist er durch Herrschaftsarchitektur (Karlskirche) ebenso geprägt wie von Bildungseinrichtungen (TU Wien und Evangelische Schule), weiters durch wichtige Verkehrsträger (U-Bahn, Straßenbahn, hochrangige Straßen, Rad- und Fußwege). Am Karlsplatz begegnen einander sehr unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen, von TouristInnen über Erholungssuchende (Park), gehetzten PassantInnen bis zu Obdachlosen und Drogenabhängigen. Eine Schutzzone vor der Evangelischen Schule sollte soziale Gruppen voneinander trennen und hat dabei Konfliktpotential vergrößert. Die Führung am Karlplatz thematisiert diese Widersprüche und begibt sich auf Spurensuche, weshalb sich diese Widersprüche hier in dieser Form finden.
Die Führung am Karlplatz wurde zunächst von Gerald Faschingeder und einem Team der Katholischen Jungschar Wien entwickelt und später für SchülerInnen- und Studierendengruppen aufbereitet.
2. Spaziergang: Mariahilfer Straße: Baobab entwickelt im Auftrag der Arbeiterkammer eine audio-guide-Tour zum Thema Konsum, die ortsunabhängig eingesetzt werden kann. Besucht werden bei dieser Tour Geschäfte, die zu multinationalen Ketten gehören. Individueller Konsum wird in den Kontext jugendkultureller Praxis und globaler Fragestellungen gerückt. Neben Informationen erhalten die TeilnehmerInnen auch Aufgaben zur Reflexion, die zu Gruppengesprächen führen.
1. Termin, Spaziergang am Karlplatz
Dienstag, 18. September 2007; 14.00 max. 17.00 Uhr
Die Führungen finden an zwei verschiedenen Terminen statt; im Anschluss an die Führung wird die Führung diskutiert und kritisch reflektiert.
Ursprünglich war geplant, beide Spaziergänge an einem Tag zu machen; aus technischen Gründen ist jedoch die von Baobab geplante audio-tour noch nicht fertig gestellt und wird daher erst zu einem späteren Termin angeboten werden. Nun ist es soweit:
2. Termin, Audioguided-Shopping-Tour
Donnerstag, 25. September 2008; 13.00 17.00 Uhr
Die Audioguided-Shopping-Tour verbindet KonsumentInnenbildung mit den unmittelbaren Erfahrungen in einer uns allen vertrauten Situation – dem Einkaufen. H & M, der Nikestore, Mcdonalds, Peek & Clopenburg und ein Weltladen sind die Stationen auf dem Streifzug durch die Wiener Mariahilferstraße. Ein bunter Mix aus Musik, Hintergrundinformationen und interaktiven Anregungen, zum Thema Shopping werden über Kopfhörer angeboten. Die Audioguided-Shopping-Tour regt zur Auseinandersetzung mit psychologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten von Konsum und dem eigenen Konsumverhalten an.
Zum Bericht der Audioguided-Shopping-Tour.