Die Resolution der FWF-Delegiertenversammlung an die Bundesregierung zeigte schließlich Wirkung. "In letzter Minute" sei die November-Vergabesitzung möglich gemacht worden. Der PFZ Monitor dokumentiert.
Es sei ein Machtwort von Minister Hubert Gorbach gewesen, das dem FWF doch noch die Durchführung einer Vergabesitzung ermöglicht habe, heißt es in einer Information des Wissenschaftsfonds (FWF):
Erst das Machtwort des Ministers machte in letzter Minute die Vergabesitzung des FWF-Kuratoriums am 29. und 30. November 2004 möglich. 82 Förderanträge im Wert von rund 15,3 Mio. EUR konnten genehmigt werden.
Die rasche Reaktion von Vizekanzler Hubert Gorbach auf die Delegiertenversammlungs-Resolution vom 19. November 2004 hat gewirkt. Das politische Machtwort des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie hat gehalten. Dank der politischen Zusage, das Fördervolumen des FWF heuer auf über 100 Mio. EUR anzuheben, wurde der Weg für eine akzeptable Budgetlösung freigemacht. Diese Woche konnte der Wissenschaftsfonds in der Sitzung seines Kuratoriums Förderzusagen im autonomen Bereich in der Höhe von rund 15,3 Mio. EUR machen. "Ich stehe nicht an anzuerkennen, dass Vizekanzler Gorbach, Staatssekretär Mainoni und die Beamtenschaft in den Ministerien sich sehr ins Zeug gelegt haben, um der Grundlagenforschung zu helfen", kommentiert Professor Wick in seiner Funktion als Präsident des Wissenschaftsfonds.
Neben 46 Anträgen im Bereich der Einzelprojektförderung und 13 Stipendien im Frauenförderungs- und Mobilitätsbereich konnten erstmals 23 Projekte im neu aufgelegten Förderprogramm "Translational Research" – der Weiterentwicklung von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung in Richtung Anwendung – gefördert werden. Allerdings muss der FWF einschränkend hinzufügen, dass diesen 23 Projekten 140 Anträge gegenüberstanden. Es konnten folglich nur 16,4 % der eingereichten Projekte bewilligt werden; ein angesichts der Qualität und der Aktualität dieser Vorhaben viel zu geringer Wert.
So sehr das politische Bekenntnis des Vizekanzlers zur bescheidenen Expansion der Grundlagenforschungsförderung zu begrüßen ist, so sehr zeigt es auf, wo die strukturellen Defizite in der Förderung der Grundlagenforschung liegen. Mittel- und langfristige Forschungsförderung benötigt mittel- und langfristige Planungssicherheit. Das zu erreichen muss das Ziel für 2005 sein. Der FWF hat bereits 2004 mit der Vorlage eines detaillierten Mehrjahresaktivitäten- und Finanzplanes bewiesen, dass Konzepte existieren, wie die wissenschaftliche Forschung als Basis des Innovationssystems so ausgebaut werden kann, dass Österreich auch im Grundlagenbereich auf die europäische Überholspur einschwenkt. Die kompetitive Vergabe von Forschungsmitteln über den FWF muss die gleiche oder sogar höhere Wachstumsdynamik erreichen, wie sie in den wichtigsten einschlägigen Referenzländern Europas in den letzten Jahren feststellbar war. Erst wenn der FWF das Wachstumstempo eines Schweizerischen Nationalfonds, einer NWO in den Niederlanden oder der AKA in Finnland erreicht, gibt es eine klare Perspektive für die wissenschaftliche Gemeinschaft in Österreich. Eine Bewilligungsrate, die im Einzelprojektförderungsbereich um die 25-Prozent-Marke oszilliert, wäre langfristig verheerend für den Standort Österreich. Zuviel intellektuelles Potenzial – der Rohstoff jeder wissensbasierten Gesellschaft – bliebe auf Dauer ungenutzt oder wanderte in das Ausland ab.
Quelle: FWF