Forschung

Forschung für Transformation und Befreiung ist eines der Tätigkeitsfelder des Paulo Freire Zentrums. In den letzten 15 Jahren hat das Freire Zentrum eine ganze Reihe von kleineren und größeren Forschungsprojekten realisiert oder daran mitgewirkt. Kern der Befassungen ist immer wieder im Sinne Freires die Frage nach Bildung und Politik, damit nach Ungleichheiten und Entwicklung, Konflikten und Ein- und Ausschlussmechanismen.

Methoden inter- und transdisziplinärer Forschung nach Paulo Freire.

Im Herbst 2020 ist eine Special Issue des JEP-Journal für Entwicklungspolitik erschienen, in der wir das unerschlossene Potential der Arbeit Freires für die Forschung sichtbar gemacht haben. Als Initialimpuls für das kollektive Schreiben fand im November 2019 ein Workshop und eine Abendveranstaltung über Methoden inter- und transdisziplinärer Forschung nach Paulo Freire mit Ulli Vilsmaier (damals Leuphana Universität Lüneburg) statt. Ein Artikel und ein Gedicht sind im Prozess entstanden.

Journal für Entwicklungspolitik: Methods for Inter-and Transdisciplinary Resarch and Learning based on Paulo Freire

Foto: © Loni Hensler.

In einem Film stellen wir Forschungsprojekte vor, die sich einem von Paulo Freire inspirierten Zugang verschrieben haben, und fassen dabei auch die methodologischen Erkenntnisse dieser Arbeiten zusammen:

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Film: Befreiende Forschung und Bildung: Transdisziplinäre Methodologien basierend auf Paulo Freire (in engl. Sprache).

Systematisierung von Erfahrungen des agroökologischen Lernens und Lehrens in ländlichen Gemeinden in Kuba und Mexiko (SALE).

Mit der Asociación Cubana de Técnicos Agrícolas y Forestales und der Maestría en Ciencias en Desarrollo Rural Regional de la Universidad Autónoma de Chapingo, Chiapas lief 2016-2018 das Projekt „Systematisierung von Erfahrungen des agroökologischen Lernens und Lehrens in ländlichen Gemeinden in Kuba und Mexiko“. Katrin Aiterwegmair widmete sich einer vergleichenden Studie von agroökologischen Lern- und Lehrprozessen von Kleinbäuer*innen in Chiapas und Camagüey. Zu Projektbeschreibung, Artikel und aritículo académico en español.

Foto: © Katrin Aiterwegmair, Paulo Freire Zentrum.

Die Resultate des Projektes wurden auch in Form eines Filmes publiziert:

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Ungleiche Vielfalt.

Unser größtes Forschungsprojekt, das uns viele Lernerfahrungen im Bereich transdisziplinärerer und ermächtigender Forschung ermöglicht hat, war das Projekt „Ungleiche Vielfalt“. Das Projekt war eine Kooperation mit vier Schulen, zwei davon in Österreich, eine davon unsere langjährige Forschungspartnerin, eine „Hauptschule“ im 18. Wiener Gemeindebezirk, die (damals) KMS 18 (heute NMS 18). Mehr dazu und zur Projektwebsite

Foto: © Paulo Freire Zentrum.

Hauptschule trifft Hochschule.

Photos: Veronika Gruber

Haupt- und Hochschule stehen an entgegengesetzten Enden des Bildungssystems. Die Lernenden gehören zu sozialen Milieus, die sich im Alltag nur selten begegnen. Brücken zwischen diesen Welten zu schlagen, war die Aufgabe des Projekts, das von Paulo Freire Zentrum, der Kooperativen Mittelschule Schopenhauerstraße (KMS 18) und der Wirtschaftsuniversität Wien 2006 initiiert wurde. Studierende und Hauptschüler*innen arbeiteten in einem Lern- und Forschungsprojekt an einem gemeinsam definierten Thema.

Foto: © Veronika Gruber, Paulo Freire Zentrum.

Reflexion des Kunst- und Kulturfestivals Onda Latina.

Das vom VIDC, Südwind und dem Lateinamerika Institut von 20. April bis zum 4. Juni 2006 organisierte Kunst- und Kulturfestival Onda Latina wurde von einem Studierendenkollektiv der Internationalen Entwicklung mit Konzepten konfrontiert, die Paulo Freire in seiner “Pädagogik der Unterdrückten” vorgestellt hat. Die Ergebnisse der Reflexion des Festivals aus einer freireanischen Perspektive können hier und auch in einer Ausgabe des JEP-Journal für Entwicklungspolitik nachgelesen werden.

Foto: © Kunstforum Wien.

Brasilianische Erfahrungen mit Volksbildung.

Photos: Vera Brandner, ipsum

Bereits seit seiner Gründung beschäftigt sich das Paulo Freire Zentrum mit „educação popular“ – schließlich war Paulo Freire selbst ein herausragender Volksbildner. Brasilianische Erfahrungen mit Volksbildung standen im Zentrum eines von der Kommission für Entwicklungsfragen (KEF) unterstützten Forschungsprojekts.  Wie kann Volksbildung zu Emanzipation, politischer Partizipation und somit demokratischer Entwicklung beitragen? Auf dem im Dezember 2006 abgehaltenen Symposium „Volksbildung heute?“ wurde diese Frage auf österreichischer Ebene diskutiert.

Foto: © Vera Brandner, ipsum.