- Bildung im globalen Dorf. Herausforderungen an die Bildungspolitik durch Internationalisierung und Migration.
- Auf eigenen Beinen stehen. Feministische Bildungsarbeit mit Frauen in der Osttürkei.
- Naturkatastrophen und soziale Vulnerabilität. Die Rolle von Bildungs- und Gesundheitssystemen für die Bewältigung von Klimawandelfolgen.
- Dichter.Priester.Revolutionär.
- Selbstpositionierung, Empowerment & Einmischungsstrategien
Bildung im globalen Dorf
Herausforderungen an die Bildungspolitik durch Internationalisierung und Migration
Zeit: Dienstag, 13. März 2012, 18.00 Uhr
Ort: C3 – Bibliothek für Entwicklungspolitik, Sensengasse 3, 1090 Wien
Lesung, Vortrag und Diskussion mit Niki Glattauer (Buchautor und Lehrer), Margarita Langthaler (ÖFSE), Barbara Herzog-Punzenberger (bifie Salzburg) und Stefan Hopmann (Universität Wien). Die Auftaktveranstaltung zum Themenschwerpunkt.
Hier gehts zum Veranstaltungsbericht und zum Dokumentarfilm.
Bildung ist in Nord wie Süd großen Veränderungen unterworfen. Doch diese Mutationen werden kaum je zusammengenommen analysiert, sondern gelten als voneinander unabhängige Teile im großen Weltsystem: Die österreichische Bildungsdiskussion thematisiert mögliche Verbesserungen des Schulsystems, die Folgen der PISA-Studie und debattiert über die Frage der Integration von SchülerInnen mit migrantischem Hintergrund. Die entwicklungspolitische Bildungs-Diskussion sorgt sich um die mangelnde Qualität schulischer Angebote im Süden, debattiert über die Erreichung der Millenniums-Ziele („Ziel 2: Grundschulausbildung für alle Kinder gewährleisten“) oder analysiert die Rolle des globalen Bildungsmarktes. Die beiden Diskussionsstränge bleiben voneinander getrennt, als lebte die Menschheit auf zwei Planeten.
Die Veranstaltung „Bildung im globalen Dorf. Herausforderungen an die Bildungspolitik durch Internationalisierung und Migration“ möchte diese Diskursstränge zusammenführen und ausloten, welches Lernpotential im Zusammendenken dieser Realitäten steckt. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die beiden Aspekten des Schwerpunktthemas, „Bildung und globale Migration“ und „Bildung und internationale Entwicklung“, zusammengehören und ein Nachdenken über eine gemeinsame Welt in all ihren Widersprüchen und ihrer Fragmentiertheit darstellen.
Programm:
Eröffnung:
Martina Malyar, Bezirksvorsteherin des 9. Wiener Gemeindebezirkes Wien Alsergrund
Einleitende Worte:
Andreas Novy, Kuratoriumsvorsitzender ÖFSE und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Paulo Freire Zentrums
Die PISA Lüge – Lesung und Kurzimpuls
Niki Glattauer (Buchautor und Lehrer)
Im Anschluss Kommentare von und Podiumsdiskussion mit:
Margarita Langthaler, ÖFSE Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung
Barbara Herzog-Punzenberger, Migrations- und Bildungsforscherin, bifie Salzburg, Migration und Schule
Stefan Hopmann, Institut für Bildungswissenschaften, Universität Wien
Moderation:
Karin Fischer, Mattersburger Kreis für Entwicklungsfragen und Universität Linz
Auf eigenen Beinen stehen
Feministische Bildungsarbeit mit Frauen in der Osttürkei
Zeit: Montag, 23. April 2012, 19.00 Uhr
Ort: Alois Wagner Saal, C3 – Centrum für Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, 1090 Wien
Buchpräsentation, Gespräch und Diskussion mit Felicitas Klingler (Autorin des Buches) und Judith Hanser (Miteinander Lernen).
Hier gehts zum Bericht.
Anlässlich des „Welttags des Buches“ lädt die C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik zur Buchpräsentation mit Felicitas Klingler zum Thema feministische Bildungsarbeit in der Osttürkei. Die Autorin untersuchte die Bildungsarbeit einer Frauenorganisation in der osttürkischen Stadt Van. In ihrer ethnographischen Studie analysiert sie einerseits das Verhältnis von Frauenbewegung, Feminismus und Bildungsarbeit und andererseits den Zusammenhang zwischen Lernen, Bildung und Biographie. Das Buch von Felicitas Klingler findet sich im Themenfenster Bildung.
Nach einem kurzen Vortrag wird Judith Hanser mit der Autorin zu folgenden Fragen diskutieren: Was ist feministische Bildungsarbeit? Was kann sie bewirken? Inwieweit unterscheidet sich der Bildungsansatz in der Türkei von dem in der Migration?
Felicitas Iris Klingler ist Erziehungs- und Islamwissenschafterin. Sie absolvierte ein Auslandssemester an der Istanbul Üniversitesi sowie weitere Aufenthalte in der Türkei und in Syrien. Nach zweijähriger wissenschaftlicher Tätigkeit im Bereich der interkulturellen Bildung am Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung ist sie heute als Online-Redakteurin für ein Sprachlernportal tätig.
Judith Hanser ist als Psychotherapeutin, Supervisorin und Trainerin im Bereich der Erwachsenenbildung sowie in der Entwicklung und Konzeption innovativer Erwachsenenbildungsprojekte tätig. Sie arbeitet beim Verein Miteinander Lernen Birlikte Ögrenelim, einer Frauenorganisation, die seit 1993 Beratung, Bildung und Psychotherapie für Frauen, Kinder und Familien mit Migrationshintergrund Schwerpunkt Türkei anbietet.
Naturkatastrophen und soziale Vulnerabilität
Die Rolle von Bildungs- und Gesundheitssystemen für die Bewältigung von Klimawandelfolgen
Zeit: Dienstag, 8. Mai 2012, 18.00 Uhr
Ort: Alois Wagner Saal, C3 – Centrum für Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, 1090 Wien
Vortrag und Diskussion mit Adelheid Pichler (Universität Wien und IIASA Laxenburg), Kommentare von Martina Schloffer (ÖRK) und Erwin Künzi (ADA).
Lesen Sie den Artikel zur Veranstaltung!
Die karibischen Inseln zählen zu den Regionen der Welt, die von Folgen des Klimawandels besonders hart getroffen sind. In den letzten zwanzig Jahren hat die Häufigkeit der Wirbelstürme um das Sechsfache zugenommen. Der steigende Meeresspiegel bedroht die karibischen Städte und Küsten. Infolge der extremen Wetterereignisse kommt es häufig zu Überflutungen und Überschwemmungen an den Küsten sowie zu Muren und Erdrutschen im Landesinnern. Für Regierungen und die Bevölkerungen gilt es, nachhaltige Anpassungsstrategien an den Klimawandel zu entwickeln, die sowohl auf der institutionellen Ebene als auch für Individuen relevant sind.
Gesellschaftliche Institutionen wie Bildungs- und Gesundheitssysteme spielen eine große Rolle hinsichtlich der sozialen Vulnerabilität der betroffenen Bevölkerung. Sie beeinflussen deren Fähigkeit mit Naturkatastrophen umzugehen.
Heidi Pichler diskutiert ihr Forschungsprojekt über die Rolle formaler Bildung für die Verbesserung der Bewältigung von Klimafolgen. Sie führte in Kuba und der Dominikanischen Republik eine vergleichende Untersuchung zu differentiellen sozialen Vulnerabilitätsmustern durch und behandelt die Rolle formaler Bildung als nachhaltige Ressource für verbesserte Bewältigungsstrategien von Naturkatastrophen.
Das Programm und nähere Informationen zu den ReferentInnen finden Sie hier.
Dichter.Priester.Revolutionär
Ernesto Cardenal im Gespräch über Kunstschaffen in der politischen Bildungsarbeit
Zeit: Montag, 22. Oktober 2012, 18.00 Uhr
Ort: C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik, Sensengasse 3, 1090 Wien
Hier geht’s zum Veranstaltungsbericht und zum 30-minütigen Dokumentarfilm!
Poesía es revolución revolución es poesía! hieß es in Nicaragua während der Somoza-Diktatur. Poesie, als Raum, in dem persönliche Erfahrungen in Beziehung zu gesellschaftlichen Realitäten ausgestaltet werden können, spielt eine wichtige Rolle in Befreiungsbewegungen. Die Revolutionsjahre brachten in Nicaragua neue Ansätze des literarischen Schaffens, Dichterwerkstätten wurden als Orte gegründet, in denen sich kritisches Denken entfalten konnte, Kunst sollte für alle zugänglich werden. Ein Hauptinitiator dieser Bewegung war der Dichter, damalige Kulturminister und Priester Ernesto Cardenal, der sich bis heute für Gerechtigkeit einsetzt. Als Priester, der das Paradies nicht im Jenseits sucht. Als politischer Mensch, der die Welt als Ganzes in den Blick nimmt, und als Dichter, dessen Verse politisch sind. Sein Gesamtwerk erschien nun 2012 in deutscher Fassung. Das C3-Centrum für Internationale Entwicklung lädt zu einem Gespräch, das Christoph Riedl, Redakteur und Moderator des ORF-Religionsmagazins Orientierung mit dem nicaraguanischen Befreiungstheologen über Kunstschaffen in der politischen Bildungsarbeit führt.
Im Rahmen der Veranstaltung findet die offizielle Übergabe des aktuellen Bestands zu entwicklungspolitischer Literatur der Bibliothek des Österreichischen Lateinamerika-Instituts an die C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik statt. Die rund 2.500 Bücher und 45 laufenden Zeitschriften werden als Sonderbestand in den Räumlichkeiten der C3-Bibliothek öffentlich zugänglich und entlehnbar sein. Entlehnmöglichkeit über die C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik besteht überdies auch für den älteren wissenschaftlichen Bestand des Lateinamerika-Instituts.
Das Programm und nähere Informationen zu den ReferentInnen finden Sie hier.
Von Rosen und Thujen. Globales Lernen in Erfahrung bringen
Buchpräsentation von Helmuth Hartmeyer
Zeit: Montag, 3. Dezember 2012, 18.30 Uhr
Ort: C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik, Sensengasse 3, 1090 Wien
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Rosen und Thujen symbolisieren zwei Zugänge zu Lernen und Bildung. Der eine gekennzeichnet durch Vielfalt und Schönheit, Zuwendung verlangend. Der andere durch Einfalt und Gleichförmigkeit, gestutzt und getrimmt.
Globales Lernen ist ein Lern- und Bildungskonzept, das der Vielfältigkeit in der Welt und in unserer eigenen Gesellschaft Rechnung trägt, diese zum Thema macht und reflektiert.
Das Buch behandelt die vielschichtigen Zugänge zu Globalem Lernen, beschreibt seine Praxis und lotet Strategien zu seiner Verbreitung aus. Es schließt mit der Erkundung von Perspektiven für seine Weiterentwicklung und einem Plädoyer für seine Notwendigkeit.
Helmuth Hartmeyer begleitet die Entfaltung Globalen Lernens in Österreich und Europa seit den Anfängen in den 1990er Jahren und bettet seine Erfahrungen in das Spannungsfeld von Dogmen und Freiheit ein.
Programm:
- Eröffnung: Heide Tebbich (Geschäftsführerin BAOBAB)
- Buchpräsentation „Von Rosen und Thujen. Globales Lernen in Erfahrung bringen.“
- Begleitende Worte: Hakan Gürses und Heidi Grobbauer
Selbstpositionierung, Empowerment & Einmischungsstrategien
Zeit: Donnerstag, 13. Dezember 2012, 19.00 Uhr
Ort: Alois Wagner Saal, C3-Centrum für Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, 1090 Wien
Den Artikel zur Veranstaltung finden Sie hier.
Podiumsgespräch, Performance, Film und Zeitschriftenpräsentation anlässlich des Erscheinens der Zeitschrift Frauensolidarität Nr. 122 (4/2012) zum Thema Bildung, Migration und Kulturschaffen
mit Lucia Rosati (Universität Wien) und Nigar Hasib (Lalish Theaterlabor Wien)
Moderation: Helga Neumayer und Claudia Dal-Bianco (Frauensolidarität Wien)
Wo mischen sich Migrantinnen ein? Wie sehen sie den Zugang zu Bildung? Wie positionieren sich Migrantinnen selbst in einer sozialen Hierarchie? Welche Möglichkeiten birgt Kulturschaffen dabei? Welche Rolle spielt Sprache und Literatur? Wie können selbstorganisierte Räume außerhalb des neoliberalen Mainstreams aussehen?
Diesen Fragen sind wir mit der vorliegenden Ausgabe der Zeitschrift Frauensolidarität zum Schwerpunkt Bildung, Migration und Kulturschaffen nachgegangen und dementsprechend spannen die Beiträge einen weiten Bogen von migrantischer Selbstorganisierung in Österreich zu Chicana Community Artists in Kalifornien, von schreibenden Wanderarbeiterinnen in China zu sudanesischen Literatinnen im Golf und in Nordafrika und von Medienprojekten zu Experimentaltheater zwischen Kurdistan und Österreich.