Eine Veranstaltung für Helmuth Hartmeyer.
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Und hier zum Film auf OKTO Sendung vom 08.10.2015
Zeit: Do., 28. Mai 2015, 17 Uhr
Ort: Foyer, C3 – Centrum für Internationale Entwicklung,
Sensengasse 3, 1090 Wien
Globalisierung, Migrationsbewegungen, bewaffnete Konflikte, Weltwirtschaftskrise wie auch die Klimakrise fordern die entwicklungspolitische Bildungsarbeit. Deren jüngste konzeptionelle Entwicklung, das Globale Lernen, möchte globale Zusammenhänge aufzeigen und globale Gerechtigkeit als zentrales gesellschaftliches Anliegen thematisieren. Das bestehende System zeigt seine Brüchigkeit, die Klimakrise stellt die Menschheit nun vor die Aufgabe, eine globale Transformation von der fossilen zur postfossilen Gesellschaft zu vollziehen. Krisen und Umbrüche können dabei als Impulse für soziale und politische Transformationsprozesse wirken. Unvermeidbar ist dabei die Auseinandersetzung und das Verstehen von Machtverhältnissen und strukturell verankerter Ungleichheit.
Welchen Beitrag kann darin der Ansatz einer transformativen Bildung leisten? Als notwendig erachtet dieser, eine Teilhabe aller Menschen an der Bestimmung gesellschaftlicher Entwicklungsziele zu ermöglichen. Die Forderung nach einer sozial-ökologischen Transformation müsste von einer breiten sozialen Bewegung getragen werden. Daneben tut eine radikale Bildungskritik not, damit Bildungsinstitutionen zum Aufbruch ins Neue ermutigen anstatt wesentlich dazu beizutragen, das überholte System in der Gesellschaft weiterhin zu verankern. Es gilt, mithilfe von Bildung Handlungsmöglichkeiten und gemeinsame Lösungen der Probleme, die der Übergang zu einer Post-Wachstumsgesellschaft mit sich bringt, zu finden, die Alltagspraxis zu hinterfragen und offene Räume für Reflexion und Diskussion zu schaffen.
Die Veranstaltung fokussiert in einem zweiten Teil auf die Rolle der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit in Österreich. Dabei wird gefragt, was der entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationsarbeit in den letzten Jahrzehnten gelungen ist, und welchen Herausforderungen und Perspektiven sich eine engagierte entwicklungspolitische Arbeit im Inland angesichts der globalen Entwicklungen in Zukunft gegenübersieht.
Eine kritische und gleichzeitig solidarische Auseinandersetzung mit diesen Fragen kann der österreichischen Gesellschaft helfen, sich selbst und ihre Stellung in einer Welt voller Widersprüche besser zu verstehen und neue Handlungsoptionen zu entdecken. In diesem Sinne hat Helmuth Hartmeyer in den letzten drei Jahrzehnten durch sein Engagement in verschiedenen Funktionen in der entwicklungspolitischen Zivilgesellschaft wie zuletzt auch im Rahmen seiner Tätigkeit in der ADA – Austrian Development Agency – wichtige Beiträge zur entwicklungspolitischen Bildungsarbeit in Österreich wie auch zum Globalen Lernen in Europa geleistet. Mit 1.6.2015 tritt er in den Ruhestand. Die Veranstaltung ist seinem langjährigen Engagement gewidmet. Mit 01. Juni 2015 beginnt seine Pension.
Programm:
17.00 Uhr Begrüßung: Heide Tebbich (Baobab), Andreas Novy (WU Wien, ÖFSE, Paulo Freire Zentrum)
17.15 Uhr Einführende Worte: Georg Lennkh (Leiter der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit von 1993 – 2004)
17.30 Uhr Impulsreferat: „Transformative Bildung: Reflexionen und Perspektiven entwicklungspolitischer Bildungsarbeit im Zeitalter von Klimakrise und Sustainable Development Goals“ von Klaus Seitz (Leiter Abteilung Politik, Brot für die Welt, Berlin)
18.00 Uhr Diskussionsrunde mit:
Kurt Luger (Uni Salzburg)
Martin Jäggle (Uni Wien)
Petra Dannecker (Uni Wien)
Moderation: Gerald Faschingeder (Paulo Freire Zentrum)
19.00 Uhr: Abschließende Reflexionen zur entwicklungspolitischen Inlandsarbeit in Zeiten des Wandels, Helmuth Hartmeyer (ADA)
Anschließend: Empfang mit kleinem Buffet
Zum Referenten:
Klaus Seitz, Dr. phil. habil., leitet die Abteilung Politik der evangelischen Entwicklungsorganisation Brot für die Welt in Berlin. Er war zuvor u.a. als entwicklungspolitischer Fachredakteur (epd-Entwicklungspolitik), als Bildungsreferent und als Hochschullehrer tätig. Er habilitierte sich 2002 für Allgemeine Erziehungswissenschaft und Internationale Bildungsforschung mit einer Arbeit zu den gesellschaftstheoretischen Grundlagen des Globalen Lernens an der Universität Hannover. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) und Mitbegründer der Zeitschrift für Entwicklungspädagogik und internationale Bildungsforschung (ZEP). Zahlreiche Buchpublikationen zur Entwicklungspädagogik und zur Entwicklungspolitik u.a. „Nachhaltige Entwicklung braucht Global Governance. Weltinnenpolitik für das 21. Jahrhundert“ (Hrsg., zusammen mit Bernd Kappes, München 2015), „Bildung in der Weltgesellschaft“ (Frankfurt 2004), „Die Geschichte der entwicklungspolitischen Bildung“ (zusammen mit Annette Scheunpflug, Frankfurt 1995).
Foto: © Brot für die Welt/Hermann Bredehorst
VeranstalterInnen:
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Bildung im C3ntrum“ statt, die von ÖFSE, Frauensolidarität, BAOBAB, Paulo Freire Zentrum und Mattersburger Kreis getragen wird.
In Kooperation mit:
Fairtraide Österreich
Institut für Internationale Entwicklung, Uni Wien







