Impulsvorträge und Diskussion mit:
- Teshome Assefa (Vizedirektor der German Church School, Addis Abeba)
- Shitaye Astawes (Ethiopian Center for Disability and Development, Äthiopien)
- Heidi Schrodt (Bildung grenzenlos, ehem. AHS-Direktorin)
- Erich Ribolits (ehem. Univ.-Prof. für Bildungswissenschaften)
Zeit: Donnerstag, 25. April 2013, 17.00-20.00 Uhr
Ort: Alois-Wagner-Saal im C3 – Centrum für Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, 1090 Wien
Hier geht’s zum Veranstaltungsbericht und zum Kurzfilm!
Hintergrund
Bildungsgüter sind ungleich verteilt. Wohlhabendere gelangen zu höheren Bildungsabschlüssen als Angehörige ärmerer Bevölkerungsschichten. Minderheiten haben es oft besonders schwer, wenn sie sich in einer Situation struktureller Diskriminierung befinden. In den meisten Ländern bestehen Bildungssysteme der „zwei Geschwindigkeiten“. Damit werden gesellschaftliche Hierarchien durch Bildung leider gefestigt, und nicht verändert. Das Recht auf Bildung bleibt ein uneingelöstes Versprechen.
Welche Strategien gibt es, um Bildungsgerechtigkeit einzufordern? Kampagnen auf nationaler wie auf internationaler Ebene werden an diesem Abend vorgestellt und kritisch diskutiert:
- Auf globaler Ebene arbeitet die von NGOs getragene „Global Campaign for Education“. Diese lobbyiert dafür, dass die im Rahmen des Education for All-Prozesses vereinbarten Ziele von der Staatengemeinschaft eingehalten werden.
- Auf nationaler Ebene arbeiten Initiativen wie die österreichische Kampagne für Bildungsgerechtigkeit (Bildungsvolksbegehren im Herbst 2011). Diese bieten eine wichtige Verknüpfung des globalen Themas mit österreichischen Diskussionen.
Die internationale Aktionswoche der Global Campaign for Education stellt den Bezugsrahmen für die Diskussion bei dieser Veranstaltung dar. Die internationale Kampagne wird unter dem Motto „Every child needs a teacher“ stehen, im Sinne des 6. Zieles des Education for All-Prozesses: Weltweit mehr qualifizierte LehrerInnen zu finden.
Zentrale Fragestellungen
- Was ist gemeint, wenn von Bildungsgerechtigkeit gesprochen wird? Worin besteht heute die Bildungsungerechtigkeit? Was sind Konsequenzen für die Bevölkerung, wenn Bildung nicht gerecht zugänglich ist?
- Welche Aktionsformen gibt es, um Bildungsgerechtigkeit einzufordern? Welche Strategien haben sich bewährt, wo gab es Lernprozesse?
- Wie steht es um die Bildungsgerechtigkeit im Hinblick auf das Lehrpersonal: Ist dieses ungleich verteilt, quantitativ oder qualitativ? Gibt es „bessere“ und „schlechtere“ Schulen, die sich im Hinblick auf Ausbildung, Bezahlung, Weiterbildung und Arbeitsbedingungen der LehrerInnen grob unterscheiden?
- Wie können weltweit mehr qualifizierte LehrerInnen gefunden werden?
- Welche Rolle spielt das Konzept der inklusiven Bildung in diesen Debatten? Zum einen stehen hier die Rechte von Menschen mit Behinderungen zur Debatte. Zum anderen kann inklusive Bildung auch breiter verstanden werden, also neben SchülerInnen mit Behinderungen auch Angehörige von sozialen Randgruppen sowie von sprachlichen, ethnischen, religiösen … Minderheiten meinen.
Programm
- Begrüßung
- Einführung:
Die Global Campaign for Education (GCE). Geschichte, Konzept, Strategie
Manuela Kräuter, Licht für die Welt
- Impulsreferate:
Wie arbeitet man in Äthiopien für Bildungsgerechtigkeit im Bereich der LehrerInnenbildung? Ein Erfahrungsbericht mit besonderem Augenmerk auf inklusive Bildung in Äthiopien
Teshome Assefa, Vizedirektor der German Church School in Addis Adeba, ÄthiopienDas Recht auf Bildung für Menschen mit Behinderungen in Äthiopien. Was braucht es, um inklusive Bildung für alle zu ermöglichen?
Shitaye Astawes, Ethiopian Center for Disability and Development (ECDD), ÄthiopienIn Österreich für Bildungsgerechtigkeit kämpfen!? Mit Schwerpunkt auf die Debatten um das Lehrpersonal (Ausbildung, Besoldung, Weiterbildung…)
Heidi Schrodt, Bildung grenzenlos, ehem. AHS-Direktorin
- Kommentar:
Zwei Welten oder: Hängt das alles zusammen? Wieso es weltweit mit der Bildungsgerechtigkeit so schwer ist. Ein Kommentar auf der Metaebene.
Erich Ribolits, ehem. Univ.-Prof. für Bildungswissenschaften
- 18.30 Uhr: Podiums- und Publikumsdiskussion
Moderation: Gerald Faschingeder, Paulo Freire Zentrum
Abschließend laden wir zu einem kleinen Buffet.
Veranstaltung in deutscher und englischer Sprache sowie in (österreichischer) Gebärdensprache.
Eine Kooperation von Dreikönigsaktion, Licht für die Welt, ÖFSE sowie Paulo Freire Zentrum.
