Der Klimawandel ist ein in den Medien zurzeit stark präsentes Thema. Die Autorin geht der Frage nach, warum sich dennoch nur wenig zu verändern scheint.Es gibt durchaus Möglichkeiten, dem Klimawandel entgegen zu wirken. Es ist bekannt, dass der CO2-Ausstoß in Verkehr, Industrie und anderen Bereichen dringend verringert werden muss, um den negativen Folgen des Klimawandels entgegen zu wirken. Geschieht dies nicht, so prognostizieren die ExpertInnen, wird es zu einer massiven Klimaerwärmung kommen, die fatale Folgen mit sich bringen wird. Vermehrt beschäftigen sich große Fernsehproduktionen und Kinofilme mit dem Thema Klimawandel und seinen Konsequenzen. Der Film „Eine unbequeme Wahrheit“ von Al Gore dürfte wohl das bekannteste Beispiel dafür sein, dass die Thematik vermehrt auch auf populär-kulturelle und medienwirksame Weise behandelt wird. Der österreichische Film „Über Wasser“ von Udo Maurer beschäftigt sich mit einem Bereich, der durch den Klimawandel stark beeinflusst wird. Wasser wird in dem Film in verschiedenen Regionen der Erde sowohl als Segen, als auch, in Form von Überschwemmungen und Fluten, als lebensbedrohlich für die Menschen dargestellt.
Folgen des Klimawandels für Österreich
In Österreich wird es, wie schon heute erkennbar ist, einige folgenschwere Veränderungen geben. Es wird prognostiziert, dass viele Gletscher in den Alpen noch in diesem Jahrhundert abschmelzen werden. Die Menschen, die in den Bergregionen leben und zu einem großen Teil vom Wintertourismus abhängig sind, werden dann ihre Lebensweise radikal ändern müssen. Schon heute gibt es in anderen Teilen dieser Erde Gruppen, die ihre traditionelle Lebensweise aufgeben müssen. Den Eskimos beispielsweise schmilzt, im wahrsten Sinne des Wortes, ihre bisherige Lebensgrundlage unter den Füßen weg.
Auch die Artenvielfalt in Österreich und besonders in den Alpen wird sich drastisch verringern. Konkret sind bis zu 60% der derzeitig vorhandenen Arten in ihrer Existenz bedroht. Andere Arten werden sich durch den Temperaturanstieg vermehrt auch in unseren Breitengraden wohl fühlen. Dazu gehört unter anderem die Zecke.
Leben mit dem Klimawandel
Die Auseinandersetzung mit dem Problem Klimawandel ist allgegenwärtig. Dennoch scheinen reale Veränderungen in Politik, der Industrie, aber auch der einzelnen Menschen gering zu sein. Dies wird vielfach damit begründet, dass wir Menschen dazu neigen, erst dann auf Probleme zu reagieren, wenn sie zu lebensbedrohlichen Katastrophen geworden sind. So fallen auch Zukunftsprognosen eher nüchtern aus. Dabei kommt der/m Einzelnen eine entscheidende Rolle zu. Die Wirtschaft richtet sich in ihrer Produktion danach, was konsumiert wird. Ändert sich also das Verhalten der KonsumentInnen, wird sich auch die Wirtschaft leichter auf Alternativen einlassen. Dass dies zurzeit noch nicht der Fall ist, zeigt das Beispiel der 3 Liter-Autos, die in den 1990er Jahren von einigen Autokonzernen auf den Markt gebracht wurden. Diese wurden nicht nachgefragt und sind wieder aus der Produktion genommen worden.
Allgemein anerkannt ist auch, dass irgendwann der Zeitpunkt gekommen sein wird, an dem eine tatsächliche Verminderung des CO2-Ausstoßes unweigerlich stattfinden muss. Dies wird spätestens dann der Fall sein, wenn der heute schon weit verbreitete Emissionshandel so teuer wird, dass es für die Industrie günstiger ist, Emissionen gar nicht erst zu emittieren, als die Folgen zu bezahlen. Heute beispielsweise kostet der Ausstoß einer Tonne CO2 ca. 12 US Dollar und dieser Preis wird weiter steigen. Sollte er einmal die 180 US Dollar Marke durchbrechen, dann wird es in der Tat günstiger sein, Emissionen zu verhindern, als die durch sie verursachten Schäden zu bezahlen.
Wann dieser Zeitpunkt allerdings gekommen sein wird, hängt unter anderem davon ab, wie sichtbar die Auswirkungen des Klimawandels sind und wann diese unerträglich werden. Bis dahin müssen die Menschen, sollten sie an ihrer CO2-intensiven Lebensweise festhalten, lernen, mit dem Klimawandel und seinen Folgen zu leben. Der Staat wird dabei eine entscheidende Rolle spielen. Er muss sich nicht nur mit wirtschaftlichen Folgen für das eigene Land, Lebensbedingungen und Folgen durch Dürre, Überschwemmungen oder Temperaturschwankungen auseinandersetzen, sondern sich auch mit der Frage der Klimaflüchtlinge beschäftigen. Die ersten, die unter dem Klimawandel in ihrer Existenz gefährdet sein werden, sind die Armen, da ihnen die Mittel fehlen, um die Auswirkungen des Klimawandels abzufedern. In den USA setzt man sich schon heute mit der Sicherheitsfrage durch Klimaflüchtlinge auseinander. Wie ernst das genommen werden kann, bleibt offen, zumal die USA ca. 25% der weltweiten Emissionen in die Luft ausstoßen.
Alles soll so bleiben wie es ist! Oder doch nicht?
Dies ist die zentrale Frage, denn die Menschen müssen sich entscheiden, ob sie aus der Aktualität des Themas eine produktive Konsequenz ziehen, oder ob sie weiter machen wollen wie bisher und damit die nächsten Generationen vor eine schier unlösbare Aufgabe stellen. Ein Problem bei der Durchsetzung einer klimaschonenden Lebensweise ist ja, dass die positiven Folgen erst für folgende Generationen sichtbar sein werden. Somit besteht für hier und jetzt wenig Anreiz zur Veränderung des Lebensstils.
Quellen
Helga Kromp-Kolb (2004): Auswirkungen des Klimawandels auf Österreich (pdf).
Klaus Radunsky (2008): „Leben mit dem Klimawandel“, Vortrag am 6. Februar 2008 im Rahmen der Vortragsreihe „Jour Fixe“ der ARGE Schöpfungsverantwortung.
Die Autorin ist Studentin der Internationalen Entwicklung.