Ownership: Teilhabe und Selbstbewusstsein

Gabriela Salinas Lanao vom peruanischen Beratungsdienst Atinchik hielt
am 9. September 2005 bei der Tagung Ownership und Partnership ein Referat.
Wem gehört die Entwicklungspolitik?, fragte Gabriela Salinas Lanao sich und das Publikum am Beginn ihres Vortrags. Die Regierungen, so Salinas Lanao, würden wohl multilaterale Organisationen als Eigentümerinnen von Entwicklungspolitik ansehen, während die Bevölkerung auf NGOs und diese wiederum auf die GeberInnen von finanziellen Mitteln verweisen würden. Daran werde deutlich, dass diese Frage nicht eindeutig zu beantworten sei. Vielleicht sei dieser Aspekt von ownership auch sekundär. Für Salinas bedeutet ownership die Fähigkeit, über sein/ihr eigenes Schicksal entscheiden zu können, die Macht zu haben, selbst Entscheidungen zu fällen.

Ownership durch Dezentralisation und Dialog

In diesem Sinne sei die Teilhabe der Zivilgesellschaft auf lokaler und regionaler Ebene entscheidend. In der Praxis stünden am Ende dieses Partizipationsprozesses Entwicklungspläne auf unterschiedlichen Ebenen. So gebe es etwa in Peru auf der Ebene der Departments, der Provinzen wie auch der Distrikte jeweils eigene Entwicklungspläne. Je nach Priorität der Regionen gestalteten sich diese unterschiedlich. Ownership werde also dadurch ermöglicht, dass die Entwicklungspolitik dezentralisiert und somit Entscheidungsmacht auf regionale Ebene transferiert werde. Bei der Ausarbeitung der Entwicklungspläne solle von einer gemeinsamen Vision ausgegangen werden, die idealer Weise an "Runden Tischen" entwickelt und ausgefeilt werde. Wichtig sei eine Atmosphäre, die alle Beteiligte dazu ermuntere, sich einzubringen und die eigene Sichtweise darzustellen. Denn nur so könne ein Dialog entstehen, in dem die Unterschiede der Anschauungen konstruktiv thematisiert werden.

Ownership Teilhabe – Selbstbewusstsein

Teilhabe ist laut Gabriela Salinas dann gewährleistet, wenn den Beteiligten klare Verantwortungsbereiche zugestanden und lokale Kapazitäten entwickelt würden. Um Teilhabe überhaupt zu ermöglichen, müsse gelernt werden, dass eine solche den Beteiligten auch bestimmte Einstellungen abverlange. So müsse auf Seite der Entwicklungsländer eine aktive Rolle übernommen werden. Die Selbsteinschätzung als passiver Empfänger von Entwicklungshilfe müsse umgekehrt werden.

Verwirklichung von ownership, verstanden als die Fähigkeit, das eigene Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, sei ein Prozess, dem Gabriela Salinas optimistisch gegenüber steht. In diesem Sinne weist sie darauf hin, dass in vielen lateinamerikanischen Ländern wie in Bolivien, Ecuador und Brasilien der Partizipationsprozess zumindest in Ansätzen bereits gut funktioniert. Dennoch sei die Gesamtsituation noch weit davon entfernt, perfekt zu sein.

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