Das Freire-Zentrum bat eine Reihe von Personen, ihre Vorstellungen
eines integrierten Entwicklungsbegriffs in kurzer Form zu präsentieren.
Foto: Daniela Graf
Entwicklung ist für mich eigentlich das falsche Wort, weil es den
Schluss zulässt, dass es eine richtige Richtung gibt und verschiedene
Seinsstufen auf dem Weg zur Vollkommenheit. Es kann in meinen Augen
nicht darum gehen, alle Länder dieser Erde auf jenen Weg der
schrankenlosen Ökonomisierung zu locken, auf dem sich die so genannte Erste Welt gerade befindet, und unter dem wir selbst leiden. Es geht in meinen Augen vielmehr um internationale Zusammenarbeit mit
dem Ziel Chancen, Reichtum und Ressourcen gerecht zuverteilen und ökologische und ökonomische Lasten zu minimieren. Dabei ist es wichtig, dass das in gegenseitigem Respekt vor der jeweils anderen Kultur geschieht und beiden Partnerinnen der Freiraum eines eigenständigen Weges gelassen wird.
In dieser globalisierten Welt, in der es tatsächlich in Österreich Auswirkungen hat, wenn in Peking ein Fahrrad umfällt, ist internationale Zusammenarbeit nicht nur eine Sache der Gerechtigkeit, sondern auch eine Frage der eigenen Sicherheit. Nicht nur die Wirtschaft ist globalisiert, sondern auch die sozialen und ökologischen Probleme. Es gibt eben nur eine Welt für alle, und deshalb ist internationale Zusammenarbeit die einzige mögliche Lösung.
Die Autorin ist geschäftsführende Obfrau der Grünen Bildungswerkstatt.