Buen vivir and the challenge of socio-ecological transformation.

Hier gehts zum Veranstaltungsbericht: https://www.pfz.at/article1728.htm

Workshop im Rahmen des Gutes Leben für Alle-Kongresses

Zeit: Sa., 21. Februar 2015, 11.30 – 16.30h

Ort: WU Wien, Welthandelsplatz 1, 1020 Wien

Aufgrund des großen Interesses muss die Anmeldung für den Kongress vorübergehend geschlossen werden! Aktuelle Infos dazu hier!

Auf der Suche nach neuen Leitbildern für Lebensqualität und Wohlbefinden stößt man immer wieder auf das aus Südamerika stammende Konzept des Buen Vivir. Es ist ein traditionelles, aus dem andinen Raum stammendes Konzept einer nachhaltigen Produktions- und Lebensweise. Kann Europa von Lateinamerika lernen?



Können traditionelle Konzepte der Mensch-Natur-Beziehung Entwicklungskonzepte des 21. Jahrhunderts inspirieren? In den vergangenen Jahren war das Buen Vivir jedenfalls sehr wirkmächtiges Leitmotiv vieler sozialökologischer Bewegungen in Lateinamerika und hat Eingang in mehrere Verfassungen gefunden. Was sind die Möglichkeiten und Grenzen juristischer Regelungen zur Ermöglichung eines Guten Lebens für alle – von Verfassungsprozessen bis zu menschenrechtsbasierten Entwicklungskonzepten? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen können die Kämpfe für ein gutes Leben unterstützen? Was sind die Grenzen juristischer Gesellschaftsveränderung?

Thema /zentrale Fragestellungen:

Inwiefern stellt Konzepte des Buen Vivir einen Impuls aus dem Süden für einen emanzipatorischen Umbruch & Aufbruch in der Entwicklungszusammenarbeit dar? Kann Buen Vivir auch die Herausforderung der sozio-ökologischen Transformation und die Widersprüche der kapitalistischen Entwicklung berücksichtigten? Kann der Globale Norden vom Globalen Süden lernen, wie durch politischen Druck rechtliche Regelungen wirksam zu einem Guten Leben für alle beitragen könnte?

Hintergrund:

Entwicklung befindet sich in einem Umbruch, und dies gilt nicht nur für den Sektor der Entwicklungszusammenarbeit. Die alten Zentren (Europa, USA, Japan) befinden sich in einer anhaltenden Krise; der Aufstieg der BRICS-Staaten hat die Landkarte der Geopolitik neu gezeichnet; Süd-Süd-Investitionen und -Kooperationen nehmen zu. Gleichzeit stößt das Modell des wachstumsbasierten kapitalistischen Entwicklungsmodells an seine ökologischen Grenzen; die Verhandlungen im Rahmen der Strukturen der Gobal Governance haben den Herausforderungen des Klimawandel weiterhin keine wirksamen Maßnahmen entgegenzusetzen. Eine Transformation des dominanten sozio-ökologischen Entwicklungsmodells ist aber dringend notwendig.

Unter den Vorschlägen für eine Alternative zum bekannten und krisenhaften Entwicklungsmodell sticht Buen Vivir besonders hervor. Der Ansatz hat Eingang in die Verfassungen Boliviens und Ecuadors gefunden, steht aber im Widerspruch zum Neoextraktivismus, der zur Zeit in vielen Ländern Lateinamerikas, so auch in Bolivien und Ecuador, faktisch praktiziert wird: Gutes Leben, ja selbst grundlegende Menschenrechte werden Konzerninteressen geopfert.

Auf der Suche nach neuen Leitbildern für Lebensqualität und Wohlbefinden wird in diesem Workshop das Potential von Buen Vivir für den Übergang zu einer nachhaltigen Produktionsweise diskutiert.

Dabei soll insbesondere näher betrachtet werden, was die Möglichkeiten und Grenzen von juristischer Regelungen zur Ermöglichung eines Guten Lebens für alle sind – von Verfassungsprozessen bis zu menschenrechtsbasierter Entwicklungskonzepte. Welche rechtlichen Rahmenbedingungen können die Kämpfe um ein Gutes Leben unterstützen? Was sind die Grenzen juristischer Gesellschaftsveränderung?


English concept:

Buen Vivir and the challenge of socio-ecological transformation

Topic / Central Questions:

To what extent does the concept of Buen Vivir represent an emancipatory impulse from the South for a breakup and new beginning in development cooperation? How far can Buen Vivir account for the challenges of a socio-ecological transformation and the contradictions of capitalist development? Can the Global North learn from the South, how legal regulations resulting from political pressure can effectively contribute to a „Good Life for All“?

Background:

Development is in the state of upheaval, and this not only concerns the sector of development cooperation. The old centers (Europe, USA, Japan) find themselves in a persistent crisis; the rise of the BRICS countries has redrawn the geopolitical map; South-South investments and cooperation are on the increase. Simultaneously, the growth-oriented capitalist development model has reached its ecological limits; negotiations within the framework of „Global Governance“ still fail to address the challenges of climate change. Yet, a socio-ecological transformation is urgently needed.

Among the proposals for an alternative to the established, crisis-ridden development model, „Buen Vivir“ stands out in particular. The concept has found its way into the national constitutions of Bolivia and Ecuador, and is strongly contradicting the neo-extractivist models that are currently practiced in Latin America: a good life, even basic human rights are being sacrificed for corporate interests.

In search for new guiding principles for quality of life and wellbeing, the potential of Buen Vivir for a transition towards a sustainable mode of production will be discussed in this workshop: What are the potentials and limits of legal regulation for enabling a Good Life for All – from constitutional processes to human rights-based development concepts? What legal regulatory frameworks could support the struggle for a good life? What are the limits of legal frameworks for social change?

 

Ressource Persons:

– Elena Gerebizza, energy and climate campaigner for Re:Common, a non-profit, public campaign membership based organization based in Rome, Italy ?   

– Elisabeth Schmid, former officer at Horizont3000 and Austrian Development Agency; has written her Master-thesis about Sumak Kawsay.

– Shalini Randeria, Rector of IWM (Institute for Human Sciences)

– Daniel Bacher, DKA Austria

– Karin Fischer, Mattersburger Kreis and Universität Linz

– Gerald Faschingeder, Paulo Freire Zentrum

facilitation: Sebastian Linder, SEEP

draft program:



11.30h:     Start / Intro / Presentation

12.00h:     Gerald Faschingeder: Introduction: Issues and Outcomes of Austria Development Conference, Nov. 2014, Salzburg

12.15h:     Elisabeth Schmid: Buen Vivir in Ecuador – an Andean approach to face the problems of contemporary societies based on learning from our roots

questions & discussion

12.45h:     lunch break

                short inputs, then questions & discussion:

13.45h:     Shalini Randeria, IWM (Institut für die Wissenschaften vom Menschen): How can legal regulations resulting from political pressure effectively contribute to a „Good Life for All“?

14.15h:     Elena Geberizza: Buen Vivir & its contradictions

14.45h:     2 comments

                1. Karin Fischer: What is at stake? Reflections on the persistence of uneven development.

                2.    Daniel Bacher: On the way to a new development agenda? Reflections on the debate from a practitioners perspective.

15.15h:    discussion / interaction

16.15h:    Summary in plenary

end: 16.30h

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