Robson Carapeto-Conceição (Universität Wien) im Gespräch mit Gerald Faschingeder.
Sprachen verbinden, Sprachen trennen aber auch. Der brasilianische Sprachwissenschaftler Robson Carapeto-Conceição berichtet über die Herausforderungen transkultureller Kommunikation, hybride Kulturen und seine persönlichen Eindrücke vom Erbe Paulo Freires in der Lehrer*innenausbildung in Brasilien.
Im Sprachenunterricht wird die Arbeit an und mit der Sprache zu einem bewussten Vorgang: Grenzen der Ausdrucksfähigkeit werden offensichtlich und der Ruf nach Brücken wird laut. Dekoloniale Ansätze machen darauf aufmerksam, dass mit dem Bild der „Brücke“ die binäre Getrenntheit von Menschen und Kulturen angesprochen – und fallweise damit auch verfestigt wird. Wie aber sollen wir „Grenzsituationen“ überwinden, wenn wir auf das Bild der „Brücke“ verzichten? Trägt das Konzept des Dialogs auch im Feld der transkulturellen Kommunikation – und wenn ja: Wohin trägt es eigentlich?
Unser Gast:
Robson Carapeto-Conceição ist ein brasilianischer Sprachwissenschafter, der sich intensiv mit Paulo Freires Pädagogik befasst hat. Carapeto-Conceição hat einige Jahre an einer deutschen Schule in Brasilien gearbeitet, eher er sich in Europa seinem Forschungsthema Mehrsprachigkeit und transkulturelle Kommunikation widmete. Im WS 2021 war er als Postdoc-Universitätsassistent am Institut für Angewandte Sprachwissenschaft tätig. Forschungsinteressen: Sprachenpolitik, Grenzenstudien, Mehrsprachigkeit und Sprachbildung, insbesondere dekoloniale Lehransätze für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache.