Von 12. bis 15. November 2015 fand die Aspire Conference an der WU Wien statt. Die von Studierenden und Ehrenamtlichen organisierte Konferenz hatte das Ziel, SprecherInnen und TeilnehmerInnen in Workshops und Diskussionsrunden zu vernetzen. Das gegenseitige Lernen stand dabei im Vordergrund.
Die Konferenz bot ein abwechslungsreiches Programm: Ausflüge, Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops ergaben ein breites Angebot an Aktivitäten, die abwechselnd in der großen Gruppe und in Kleingruppen stattfanden. Die Vorträge und Workshops fanden in den thematisch gegliederten Kleingruppen von zehn bis zwanzig TeilnehmerInnen statt. Die vier angebotenen Themenbereiche waren: Inspiring Economy, Geostrategy & Peacebuilding – Exclusionary or Coherent?, Antisemitism & Islamophobia on the Rise in Europe und Education as a Multiplier for Other Rights. Im Rahmen des letzten Themenbereichs hielt Nadine Mittempergher vom Paulo Freire Zentrum einen dreistündigen Workshop mit dem Titel Education as practice of freedom. Einige Impressionen des Workshops sind in der Folge als Fotobericht dargestellt.
Bildungsbiographie
Bei der ersten Übung „Meine Bildungsbiografie“ stand die Reflexion der eigenen Erfahrungen im Vordergrund. Die TeilnehmerInnen sollten sich vorstellen, eine Autobiografie in Bezug auf ihre Bildungserfahrungen zu schreiben. Aufgabe war, fünf bis sieben erzählende Kapitelüberschriften aufzuschreiben. Unterschiedliche Wahrnehmungen und Erfahrungen der TeilnehmerInnen wurden im Anschluss diskutiert und auf einem Stimmungsbarometer gesammelt. Die am häufigsten genannte Kritik an den eigenen Schulerfahrungen war, dass die Schule kein demokratischer Raum sei, wo SchülerInnen als MitgestalterInnen wahrgenommen werden. Die positiven Erfahrungen bezogen sich bei den meisten auf einzelne, motivierende und verständnisvolle LehrerInnen.
Paulo Freires Bildungsbegriff
Im zweiten Teil des Workshops gab die Workshopleiterin einen kurzen Überblick über Paulo Freires Leben und Wirken. Daraufhin wurden vier von Freires Begriffen „Unterdrückung“, „LehrerIn/SchülerIn Verhältnis“, „Dialog“ und „Bankiers-Konzept“ in Kleingruppen erarbeitet. Jede Gruppe bekam verschiedene Textausschnitte aus Freires Büchern, die gemeinsam gelesen wurden. Die Aufgabe war, den anderen Gruppen eine selbst erarbeitete Definition der Begriffe vorzustellen. In der gemeinsamen Diskussion wurde versucht, die Konzepte Freires mit den eigenen Erfahrungen von Bildung in Zusammenhang zu setzen. Dabei wurde kontrovers diskutiert, ob Bildung das Versprechen einhalten kann, Hoffnungsträgerin für Entwicklung zu sein.

Bildungsutopien
Im dritten und letzten Teil des Workshops sollten die TeilnehmerInnen in drei neu gemischten Gruppen eine Bildungsutopie zeichnen. Die Gruppen sollten sich entlang von drei Leitfragen vorstellen, wie Bildung in einer perfekten Welt ausschauen könnte: a) Welche Infrastruktur bräuchte Bildung? b) Wie sollte das LehrerIn/SchülerIn-Verhältnis sein? c) Was sollte das Ziel von Bildung sein?



Anschließend stellten die Gruppen ihre Kunstwerke vor und diskutierten in einer abschließenden Reflexionsrunde ihre Ergebnisse. In Bezugnahme auf die zu Beginn reflektierten eigenen Bildungserfahrungen und den Konzepten Freires blieben viele Fragen offen, die bei dem anschließend geplanten Reflexionsraum noch weiter diskutiert wurden.
Links:
– Website zur Konferenz: https://www.aspire.co.at/aspire2015/
Fotos: Aspire/WU, Nadine Mittempergher