Achtung: Wir sind selbst NICHT dieses Projekt und haben keinerlei, ja: keinerlei Informationen zum sonderpädagogischen Zentrum Schlangenfuß !!! Bitte kontaktieren Sie uns nicht bzgl. Information zum Schlangenfuß. Dieser Artikel entstand im Jahr 2006, als es am Laufen und auch im Web gut auffindbar war. Leider ist dies heute nicht mehr der Fall. Allen Betroffenen Personen, Eltern, WGs, psychosozialen Diensten etc.: Viel Mut & alles Gute für die Suche nach geeigneten Schulformen für kids mit diesen besonderen Bedürfnissen! Es fehlt hier ein geeignetes Angebot.
Die Autorinnen sprachen mit Andrea Wiesinger, Mitbegründerin eines Projekts für SchulverweigererInnen in Wien-Simmering, über Grundsätze und Ziele der Initiative, die – ganz dem Namen nach – „Kriechtieren Beine verleihen will“.
„Schlangenfuß“ ist ein niederschwelliges, also ohne große Hemmschwelle besuchbares, Schul- und Unterrichtsprojekt. Es bietet schulpflichtigen SchulaussteigerInnen die Möglichkeit, abseits von den Strukturen der Regelschule ihren Hauptschulabschluss zu absolvieren. Das Fehlen vergleichbarer Angebote in Österreich machte es in den Augen der vier LehrerInnen Christine Aksu, Roland Mayer, Martin Plattensteiner und Andrea Wiesinger besonders wichtig, „Schlangenfuß“ ins Leben zu rufen.
Das Projekt ist am Sonderpädagogischen Zentrum in der Höfftgasse (Wien-Simmering) angesiedelt und für zwölf Kinder konzipiert. Da es dem Förderklassenmodell (sechs Kinder, zwei LehrerInnen) nachempfunden ist, wird es im Ausmaß von zwei regulären Förderklassen finanziert und von vier LehrerInnen geleitet. Momentan beteiligen sich daran zehn Kinder, sechs davon werden heuer abschließen.
PFZ: Welche Kinder nehmen an dem Projekt teil?
Wiesinger: Ursprünglich war das Projekt für Kinder gedacht, die sich vorwiegend auf der Straße aufhalten anstatt in der Schule. Dass wir mit diesen im Endeffekt weniger zu tun hatten, liegt vermutlich daran, dass das Projekt entgegen unseren ursprünglichen Vorstellungen in einem Schulgebäude angesiedelt ist.
Im Laufe der Zeit stellten wir nämlich fest, dass auch andere Lebensumstände zu einer negativen Haltung gegenüber der Schule führen. Auch wenn die am Projekt teilnehmenden Kinder vorwiegend aus sozial benachteiligten Schichten kommen, können nicht alle SchulverweigererInnen in einen Topf geworfen werden. Es hat sich herausgestellt, dass insbesondere Schulangst und Schulphobie für die Verweigerung ausschlaggebend sind. Bei SchulphobikerInnen ist die Ursache weniger auf die Angst vor der Schule, als vielmehr auf die im Kindesalter schmerzlich erlebte Trennung von Familie und Bezugspersonen zurück. Oftmals brechen die Trennungsängste der Kindheit in der Pubertät wieder hervor.
PFZ: Wie kommen die Kinder zum Projekt?
Wiesinger: Alle Kinder, die am Projekt teilnehmen, haben bereits eine bewegte Vorgeschichte. Oft waren sie schon mehrere Monate lang nicht mehr in der Schule und haben dadurch ein bis zwei Jahre verloren. Mittlerweile kennen uns viele Schulen und Jugendämter und nehmen mit uns Kontakt auf. Einige Jugendliche kommen auch direkt aus der psychiatrischen Klinik. Für das nächste Jahr haben wir bereits zwanzig Anfragen, viele davon vom AKH. Ob ein Kind schließlich aufgenommen wird, wird stets ganz individuell entschieden.
PFZ: Gibt es bestimmte Voraussetzungen für eine Aufnahme?
Wiesinger: Uns ist wichtig, dass das Projekt von den Eltern der Kinder unterstützt wird. Wir bauen sehr auf die Bereitschaft zur Zusammenarbeit; wenn diese fehlt, gibt es keinen Platz. Um die Eltern in unsere Arbeit miteinzubeziehen, sprechen wir alle zwei Wochen mit ihnen. Dabei handelt es sich um kein klassisches Eltern-LehrerInnen-Gespräch, wie etwa im Rahmen eines Elternsprechtags an der Regelschule. Wir versuchen nicht auf auffälliges Verhalten der Kinder hinzuweisen, das kennen die Eltern ja ohnehin. Wir fühlen uns vielmehr dafür verantwortlich, beratend tätig zu sein und gemeinsam mit ihnen über die Situation innerhalb der Familie zu reden. Diese soll gestärkt und das Vertrauen der Eltern gewonnen werden. In diesem Sinne verstehen wir uns auch als „Stütze“ für Abmachungen, die in der Familie getroffen werden. Wenn das nicht ausreicht, leisten wir Vernetzungsarbeit und initiieren eine Therapie bzw. eine Beratung über das Jugendamt.
PFZ: Wie läuft der Unterricht ab?
Wiesinger: Der Tag beginnt um 8:30 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Von Montag bis Donnerstag dauert der Unterricht bis 13:30 Uhr, am Freitag bis 12:00 Uhr. Genauso wie in der Regelschule gibt es auch bei uns einen Stundenplan. Dieser umfasst jedoch weniger Stunden als in der Hauptschule. Ein besonderer Unterrichtsschwerpunkt liegt auf der Erlebnispädagogik. So gehen wir gemeinsam klettern oder kochen füreinander. Das stärkt das Zugehörigkeitsgefühl innerhalb der Gruppe, welches im Vergleich zu Förderklassen sehr stark ausgeprägt ist.
Wir versuchen, den Leistungsdruck auf ein Minimum zu reduzieren und die Anforderungen an der Belastbarkeit der Kinder zu orientieren. Dennoch erwarten wir von ihnen, dass sie mitmachen. Wenn sie in der Früh nicht da sind, rufen wir zuhause an. Es kommt auch vor, dass wir zu den Kindern nachhause fahren und abklären, wieso sie nicht kommen wollen. Meistens können wir sie dann zum Mitkommen bewegen. Dass die Kinder dem Projekt fernbleiben kommt oft dann vor, wenn sie krank waren und dadurch in das alte Muster des Verweigerns zurückfallen.
PFZ: Was sind die Ziele des Projekts?
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Wiesinger: Ziel ist, den Kindern einen Hauptschulabschluss zu ermöglichen. Dies läuft so ab, dass wir den LehrerInnen der ehemaligen Regelschulen der Kinder Notenvorschläge machen. Diese werden in das von der Regelschule ausgestellte Zeugnis übernommen, sodass die Teilnahme am Projekt „Schlangenfuß“ im Dokument nicht erkennbar ist.
Um den Jugendlichen den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern, besteht eine Kooperation mit dem Verein LEB, der den Kindern einmal pro Woche Einzelbetreuung bietet. In diesem Rahmen werden Bewerbungsschreiben aufgesetzt und Einstellungsgespräche geübt. Außerdem wird den Kindern ermöglicht, in verschiedenen Betrieben zu schnuppern.
Schließlich soll „Schlangenfuß“ den Kindern die Angst vor der Schule nehmen. Denn es ist nicht die Aufgabe des Kindes, die Schule aushalten zu müssen. Vielmehr soll sie auch Spaß machen.
Leider haben wir derzeit keine Informationen zum sonderpädagogischen Zentrum Schlangenfuß; wir hoffen jedoch, dass es weiterhin Raum für derartige Initiativen gibt.
Die frühere Kontaktadresse lautete:
Schlangenfuß
Sonderpädagogisches Zentrum
Höfftgasse 7
A-1110 Wien
Tel.: 01/767 16 19 129
Achtung: Wir sind selbst NICHT dieses Projekt und haben keinerlei, ja: keinerlei Informationen zum sonderpädagogischen Zentrum Schlangenfuß !!! Bitte kontaktieren Sie uns nicht bzgl. Information zum Schlangenfuß. Dieser Artikel entstand im Jahr 2006, als es am Laufen und auch im Web gut auffindbar war. Leider ist dies heute nicht mehr der Fall. Allen Betroffenen Personen, Eltern, WGs, psychosozialen Diensten etc.: Viel Mut & alles Gute für die Suche nach geeigneten Schulformen für kids mit diesen besonderen Bedürfnissen! Es fehlt hier ein geeignetes Angebot.