Kampf der ländlichen Armut durch Bildung

Milliarden Menschen der ländlichen Bevölkerung seien in jenem Teufelskreis gefangen, in dem sie Dienste und Möglichkeiten nicht wahrnehmen können, die sie aus der Armut befreien könnten.

Teilorganisationen der Vereinten Nationen und deren PartnerInnen verpflichteten sich deshalb am 17. November 2004 zu einer weiter gehenden Kooperation: Der Zugang zu Volksschulbildung solle für "der Welt größte vernachlässigte Mehrheit" verbessert werden.

"Volksschulbildung ist ein fundamentales Menschenrecht in sich selbst und eine wesentliche Voraussetzung dafür, die Millennium Entwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDG) zu erreichen, besonders die ersten beiden Ziele, die auf die Eliminierung extremer Armut und extremen Hungers und das Erreichen einer durchgängigen Volksschulbildung fokussieren, sagte John Monyo, stellvertretender Direktor der UN-Organisation für Nahrung und Landwirtschaft (UN Food and Agriculture Organization, FAO) bei einem dreitägigen Treffen in Rom, das am 17. November zu Ende ging. An diesem Treffen nahmen RepräsentantInnen von mehr als 100 Nichtregierungsorganisationen bzw. Organisationen der Zivilgesellschaft, höhere BeamtInnen des italienischen Programms für Entwicklungszusammenarbeit und ExpertInnen der FAO und der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UN Educational, Scientific and Cultural Organization, UNESCO) teil.

"Die Kluft zwischen urbanem und ländlichem Analphabetismus weitet sich aus und in einigen Ländern ist der ländliche Analphabetismus zwei oder drei Mal höher als in städtischen Gebieten", meinte Monyo, der darauf hinwies, dass weltweit die große Mehrheit jener 2,8 Milliarden Menschen, die mit weniger als zwei US-Dollar am Tag überleben, in ländlichen Gebieten leben.

Ein Partnerschaftsprojekt wird in Europa die öffentliche Aufmerksamkeit für die Wichtigkeit von Bildung für Menschen in ländlichen Gebieten schärfen bzw. für die dringende Notwendigkeit von Maßnahmen in ländlichen Gebieten, da dort 70 Prozent der Armen der Welt wohnen. Als Beispiel nannte John Monyo ein Dorf der ländlichen Niassa See Region von Mozambique, Wikihi, in dem SchülerInnen und LehrerInnen keine Bücher hätten. Die SchülerInnen schrieben im Sand nieder was die LehrerInnen mit getrocknetem Maniok auf alte Holztafeln schrieben.

FAO Expertin Lavinia Gasperini merkte an, dass mit der Zunahme des Analphabetismus in wirtschaftlich unterentwickelten Ländern immer weniger Bauern und Bäurinnen Instruktionen auf Düngemittelsäcken oder Warnungen auf Verpackungen von Schädlingsbekämpfungsmitteln lesen können werden: "Ohne Volksschulbildung können Menschen vom Land ihre Produktivität nicht erhöhen, entwickelte Technologien nicht anwenden und ihren Lebensunterhalt nicht verbessern."

Auch Gasperini unterstrich, dass das Problem der Armut in erster Linie eines der ländlichen Armut und Nahrungsmittelsicherung sei: "Dies hat die FAO veranlasst, die Herausforderung einer Führung des Partnerschaftsprojekts für Bildung der Landbevölkerung und Nahrungsmittelsicherheit anzunehmen."

Quelle: Vereinte Nationen

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