Raum für kritisch-emanzipatorische Bildung

IE heute und übermorgen
Hier finden Sie den Veranstaltungsbericht!

Zeit: Montag, 29. Oktober 2012, 18.30 Uhr

Ort: Alois-Wagner-Saal im C3-Centrum für Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, 1090 Wien

Eine Veranstaltung von:

–  Paulo Freire Zentrum

–  Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien

–  bagru.ie

Emanzipatorische Bildung ist heute nicht en vogue. Der große Aufbruch der kritischen Pädagogik und ihres dialektischen Verständnis von Gesellschaft und Bildung hat in den 1970er und 80er Jahren Institutionen verändert und eine Demokratisierung der Universität angeregt. Doch heute ist kaum mehr ein kritischer Windhauch zu spüren, wenn über Bildung und Gesellschaft diskutiert wird. Dominant ist ein empiristisch agierendes Narrativ geworden, das Bildung messen möchte und nach klaren Kriterien für Bildungsqualität fragt.

Das Studium der Internationalen Entwicklung hat es sich zum Ziel gesetzt, mittels transdisziplinärer Analyse die Reflexion gesellschaftlicher Zusammenhänge und Machtasymmetrien zum Thema zu machen. Ab den 1990er Jahren war dies in Form eines Wahlfachs, dann 2002 als Individuelles Diplomstudiums möglich, bis dann der Bachelor eingeführt und wieder abgeschafft wurde – ab diesem Wintersemester kann Internationale Entwicklung nur noch als Masterstudiengang studiert werden. Wo verortet sich die IE in pädagogischer und politischer Hinsicht? Versteht sie sich als politische Bildung? Welche Anliegen werden mit der Reflexion gesellschaftlicher Zusammenhänge verfolgt? Im Hinblick auf die aktuellen Transformationen der Bildungslandschaft in Richtung Kommodifizierung und Standardisierung ist die Frage nach der Möglichkeit kritisch-emanzipatorischen Studierens und Lernens nicht unerheblich.

Als Impuls zur Veranstaltung wird Fanja Haybach Ergebnisse ihrer Diplomarbeit vorstellen, in der sie der Frage nachgeht, wie die gesellschaftspolitischen und entwicklungstheoretischen Anliegen des Projekts Internationale Entwicklung (IE) mit der Gestaltung und den Zielen des Bildungsprozesses zusammenhängen.  Als theoretischer Analyserahmen dienen Zugänge der kritischen Bildungstheorie.

Am Podium diskutieren die Gäste über folgende Fragen:

  • Was bedeutet Bildung in unserer Gesellschaft und wozu sollen Studierende befähigt werden?
  • Wie können Bildungsprozesse gestaltet werden und was ist inhaltlich und didaktisch innerhalb der IE möglich/angestrebt?
  • In welchem Zusammenhang stehen theoretische Inputs aus dem Studium mit außeruniversitärer Praxis und Handlung?

Es diskutieren:

Alex Berger, Diplomand an der Internationalen Entwicklung

Margarete Grandner, Studienprogrammleiterin der Studienrichtung Internationale Entwicklung

Katharina Menschick, Studierende der Internationalen Entwicklung

Erich Ribolits, Institut für Bildungswissenschaften der Universität Wien

Moderation: Stefan Ossmann, Lektor der Studienrichtung Internationale Entwicklung

Anschließend Snacks & Getränke

Fanja Haybach belegte an der Universität Wien das Studium der Internationalen Entwicklung und hat dieses mit einer Diplomarbeit zum Thema „Kritische Entwicklungen Kritische Bildung. Die Anliegen des Projekts Internationale Entwicklung abgeschlossen. Ihre Überlegungen zu Bildung wurden unter anderem von Erfahrungen während eines Auslandsstudiums am Science Po Bordeaux/ Frankreich angeregt. Derzeit beteiligt sie sich am Um- und Aufbau des kollektivgeführten Cafe Gaga:rin.

Veröffentlicht in Bildungsungerechtigkeit, Aktivitäten.