Heft 14: „Das Theater mit der Verständigung“.

Eleonora Balaouras, Paola Elisa Fasan, Evamaria Freinberger, Nela Helena Masařová (2017):

„Das Theater mit der Verständigung“. Partizipative Forschung mit und von Flüchtlingen zum Thema „Verstehen und verstanden werden“ im Kontext von Asylverfahren.

 

Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und dialogischen Bildung. Heft 14. Wien: Paulo Freire Zentrum, Mai 2017.

Als PDF verfügbar: aktion_14_02__web

Im Verlauf eines Asylverfahrens treffen Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen aufeinander und treten in Kommunikation. Dabei ist zu bemerken, dass diese Art von Interaktion nie neutral ist, sondern immer auch Machtdimensionen beinhaltet. Zwei zentrale Asymmetrien, die das Asylverfahren prägen, sind die globale Ungleichheit zwischen Peripherie und Zentrum (d.h. Süden und Norden bzw. „Unterentwickelten“ und „Entwickelten“, zwischen „Unterdrückten“ und „Unterdrückern“) und das asymmetrische Verhältnis zwischen Staat und Rechtsunterworfenen.

Mit den pragmatisch-politischen Methoden Augusto Boals haben sich die Autorinnen dieses Forschungsberichtes ein Gebiet zu eigen gemacht, das in seinem elementaren Wesen polarisiert. Die situative Triade Behörde / Dolmetscher_in / Asylwerber_in ist offensichtlicher Teil davon, doch auch auf der metakommunikativen Ebene wurden gesellschaftliche Färbungen evident. Die Autorinnen versuchten, Teile davon sichtbar zu machen und haben sich in der Auswahl der Stimmen, die innerhalb dieses Forschungsberichts zu Papier gebracht wurden, selbst positioniert. Dass die Offenlegung aller mitspielenden Faktoren nicht gänzlich möglich ist, da diesbezüglich kein „absolutes“ Bewusstsein existiert, soll wissenschaftliche Aussagen nicht schmälern, sondern bettet diese punktuell in den größeren Zusammenhang jedweder Forschung zum Thema „Verständigung“.

 


Veröffentlicht in Reihe "Aktion & Reflektion".