Partnership & Ownership.

Eine Reflexion über die Rolle von Besitzerschaft und Partnerschaft in der EZA. Einladung zur Vortagung in Wien zur Dritten Österreichischen Entwicklungstagung in Linz.Ownership und Partnership, zwei englische Wörter als Titel einer deutschsprachigen Veranstaltung? Beide Begriffe sind Schlüsselbegriffe der internationalen Entwicklungszusammenarbeit (EZA) geworden. Sie sind Teil einer zunehmend universell akzeptierten Herangehensweise an Fragen der Entwicklung. Sind dies bloß Modeerscheinungen oder Ausdruck grundlegender Veränderungen?

Wieso bedienen wir uns des Englischen, um Schlüsselbegriffe der EZA zu benennen? Warum reden wir nicht von Besitzerschaft und Partnerschaft? Sind Ownership und Partnership zu Leitprinzipien geworden, um die Organisation von Entwicklungsprojekten und Entwicklungsprogrammen zu beschreiben? Oder benennen sie bloß ein Ziel, wie die Beziehung zwischen GeberInnen und NehmerInnen gestaltet werden sollen? In welchen Politikfeldern der EZA sind Ownership und Partnership schon Realität geworden?

Die großen Entwicklungsorganisationen betrachten es als großen Fortschritt, dass sie nun Ernst machen mit der Beteiligung der Betroffenen. Im Rahmen der Armutsreduzierungsstrategie spielen Ownership und Partnership eine Schlüsselrolle. Sie dienen dazu, die Eigenverantwortung der NehmerInnen zu fördern. Kritische Stimmen weisen darauf hin, dass diese Beteiligung nur die Ausgestaltung eines Entwicklungskonzepts betrifft, das weltweit und undifferenziert umgesetzt wird. Privatisierung ist hierbei ein Oberziel. Partnerschaft würde darüber hinaus die Beteiligung an der Diskussion des Gesellschafts- und Wirtschaftsmodells umfassen. Deshalb fordern sie Souveränität und Demokratisierung statt Ownership und Participation; Öffentlichkeit statt Privatisierung.

Am Freitag, 9. September 2005 findet zu diesem Thema ganztags ein Workshop statt, der auch als Vortagung der Dritten Österreichischen Entwicklungstagung dient, die 18.-20. November 2005 in Linz stattfindet. Ihr Thema lautet Eigentum anders. Der Tradition der Entwicklungstagungen folgend sollen auch diesmal Schlüsselbegriffe eingehend untersucht werden. Ownership und Partnership bestimmen die Praxis der EZA. Doch was bedeutet dies? Welche Praxis folgt daraus? Eine klare Begrifflichkeit ist Voraussetzung, um der Frage nachgehen, wie die EZA, aber auch Gesellschaft und Wirtschaft organisiert werden sollen, damit möglichst allen Menschen Entwicklungschancen geboten werden.

Information zur Veranstaltung am 9. September 2005 finden sie hier: Partnership

Veröffentlicht in Entwicklungspolitik.