Österreichische Entwicklungstagung 2003: Globalisierung ist kein Schicksal, Globalisierung wird gemacht

Der Begriff „Globalisierung“ hat in den 1990er Jahren eine ungeheure Dynamik entfaltet.Sein Inhalt bleibt dabei oft unbestimmt und vieldeutig und dient – je nach gesellschaftspolitischem Standort derer, die ihn im Munde führen – ganz unterschiedlichen Positionen und politischen Interessen: Manche sehen in ihr eine Zukunftsverheißung, andere eine Schreckensvision, viele erachten sie als unabwendbar und gebrauchen „die Globalisierung“ als Vorwand oder Druckmittel zur Durchsetzung bestimmter politischer Maßnahmen. Der inflationäre Gebrauch des Begriffs Globalisierung bedeutet aber nicht, dass Globalisierung nur ein Mythos ist oder ideologisches Blendwerk, mit dem Kapitaleigner, Konzernmanager und Politiker den Sozialstaat und Arbeitnehmerinteressen aushebeln wollen. Wer von Globalisierung spricht, meint zum einen implizit oder explizit die weltwirtschaftliche Umbruchsituation in den 1970er Jahren und die zentralen Momente der gesellschaftlichen Transformationen im letzten Viertel des 20. Jahrhundert. Zum anderen kann „Globalisierung“ als Moment ideologischer Herrschaft analysiert werden, insofern mit dem Verweis auf Globalisierungsprozesse die Verschiebung gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse und der neoliberale Umbau der gesellschaftlichen Institutionen vorangetrieben wird.

Zeit: 5.-7. Dezember 2003

Ort: Graz, Karl-Franzens-Universität

Die Entwicklungstagung 2003 in Graz und der Prozess im Vorfeld wurden in folgender Publikation dokumentiert:

Veröffentlicht in Entwicklungstagung 2001 und 2003.