Diskussionsveranstaltung zur Bedeutung und Umsetzung inklusiver Bildung in der EZA
mit Florence Migeon (UNESCO), Myriam Hummel (REFIE-Projekt, Leibniz Universität Hannover), Benjamin Bach (Licht für die Welt) und Gabi Slezak (Uni Wien)
Zeit: Do., 19. November 2015, 17.00-19.30 Uhr
Ort: C3 – Centrum für Internationale Entwicklung Sensengasse 3, 1090 Wien
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Inhalt:
„Inklusive Bildung“ ist ein Konzept, das international und im Zusammenhang mit Entwicklung zunehmend diskutiert wird und nicht zuletzt durch die Nennung im Text des SDG4 an Prominenz gewonnen hat. Das Konzept hat sich im Kontext von Bildung für Menschen mit spezifischen Bedürfnissen entwickelt und grenzt sich sowohl von der klassischen Sonderschul-Bildung als auch von der integrativen Bildung ab. Der Grundgedanke besteht darin, dass Bildungssysteme in der Lage sein müssen, auf die Lernbedürfnisse aller Lernenden einzugehen.
Inklusive Bildung wird heute im Sinne des Begriffs „Bildung für alle“ gedacht. Im Entwicklungskontext geht es daher um die Inklusion aller Bevölkerungsgruppen, die aus dem Bildungssystem ausgeschlossen oder innerhalb des Bildungssystems benachteiligt sind: arme, marginalisierte und diskriminierte sowie verwundbare Bevölkerungsgruppen, Frauen und Mädchen, Menschen mit Behinderungen, Menschen in Not- und Konfliktsituationen, Flüchtlinge etc.
Zu den Lehren aus den Education for All- und MDG-Prozessen zählt, dass eine Zunahme in der Bildungsbeteiligung nicht automatisch den „ausgeschlossenen“ Gruppen zugutekommt. Im Gegenteil zeigen die Statistiken, dass diese Gruppen in der Relation am wenigsten von den internationalen Initiativen profitiert haben. Insofern ist das Thema Gleichberechtigung zu einer Priorität in der Post 2015-Debatte im Bereich Bildung geworden. Inklusive Bildung gilt als ein Schlüssel, um das Problem der Bildungsungleichheit in den Griff zu bekommen.
Programm
17.00 Uhr
Begrüßung und Einführung
Margarita Langthaler, ÖFSE
17.05 Uhr
Key Note: What is inclusive education and what are its potential for achieving „Education for All“?
Florence Migeon, UNESCO
17.45 Uhr
Arbeitsgruppen: Erfahrungen und best practices
AG1: Erfahrungen aus Entwicklungsländern: Barrieren und Gelingensfaktoren in der Umsetzung von inklusiver Bildung auf nationaler Ebene
Impuls: Myriam Hummel, REFIE-Projekt (Leibniz Universität Hannover)
Moderation: Margarita Langthaler, ÖFSE
AG2: Erfahrungen aus Entwicklungsländern:
Erfahrungen in der Arbeit mit unterschiedlichen Gruppen im Bereich Inklusive Bildung:
Impuls Behinderung: Benjamin Bach, Licht für die Welt
Impuls Marginalisierung und Sprache: Gabriele Slezak, Universität Wien
Moderation: Franz Halbartschlager, Südwind
18.45 Uhr
Berichte aus den AGs und Diskussion im Plenum
19.30 Uhr
Abschluss und Ausklang bei einem Glas Wein
Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt. Die Key Note wird in englischer Sprache ohne Übersetzung gehalten.
Moderation der Veranstaltung: Margarita Langthaler, ÖFSE
ReferentInnen:
Benjamin Bach ist seit Mai 2015 als Programmkoordinator Inklusive Bildung bei Licht für die Welt tätig. Vorher hat er als Pädagoge und mehrere Jahre für das globale Bildungsprogramm der Open Society Foundation in London gearbeitet. Seine Schwerpunkte lagen auch hier auf den Themen Marginalisierung und Inklusion und der zunehmenden Privatisierung von Bildung weltweit.
Franz Halbartschlager ist seit 2001 Bereichsleiter für Bildung von Südwind. Er ist Vorsitzender der AG PEPI, Koordinator der europäischen Global Education Week in Österreich, Mitglied der Österreichischen Strategiegruppe Globales Lernen sowie Leiter von mehreren internationalen Bildungsprojekten zu Globalem Lernen.
Myriam Hummel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover. Im Forschungsprojekt Research for Inclusive Education in International Cooperation (refie), das von BMZ/GIZ finanziert wurde, koordinierte sie den Forschungsprozess in den beiden Studienländern Malawi und Guatemala. Zuvor arbeitete Myriam Hummel als Consultant in der Umsetzung von Bildungsvorhaben im Auftrag von GIZ, EU und weiteren bi- und multilateralen Gebern und führte diverse Beratungs- und Trainingseinsätze in den Bereichen Bildungsmanagement und LehrerInnenfortbildung in Mittelamerika, Afrika und Asien durch.
Margarita Langthaler ist wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der ÖFSE. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Bildungsstrategien in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit sowie Berufsbildung und Skills Development.
Florence Migeon is a programme specialist at UNESCO. For the past 15 years, she has been working on issues related to access to education for marginalized groups, particularly, street and working children, Roma children and disadvantaged girls. She has developed several methodological materials and guidelines and has conducted many training workshops on issues related to inclusion, particularly in Africa and in Central and Eastern Europe. She has also had extensive experience in providing support to Members States in developing inclusive education policies, strategies and practices. In her current capacity, Ms Migeon is in charge of UNESCO’s activities regarding inclusion and equity in education.
Gabriele Slezak lehrt am Institut für Afrikawissenschaften der Universität Wien. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Mehrsprachigkeit & Bildungspolitik, Machtverhältnisse in der institutionellen Kommunikation sowie Sprachpolitik in Afrika. Seit 2001 arbeitet sie in verschiedenen transdisziplinären Forschungsprojekten zu Sprachkonzepten und mehrsprachigen Praktiken in Bildungskontexten in Burkina Faso.
Eine Veranstaltung von
Austrian Development Agency (ADA)

Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE)
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Plattform Globale Bildungsgerechtigkeit
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Die Plattform „Globale Bildungsgerechtigkeit“ versteht sich als offener Zusammenschluss österreichischer Organisationen, die sich für Bildungsgerechtigkeit in globaler Perspektive einsetzen. Getragen wird sie derzeit von: Bundesjugendvertretung, Jugend Eine Welt, Kindernothilfe Österreich, Licht für die Welt, ÖFSE, Paulo Freire Zentrum, Südwind Agentur.
Weitere Veranstaltungen der Plattform in diesem Jahr:
Bildung auf der Flucht. Migration, Bildung und die neuen UN-Sustainable development Goals.
Zeit: Do., 10. Dez. 2015, 17.00 Uhr
Ort: WienXtra – Institut für Freizeitpädagogik, Seminarraum 1, Albertgasse 35, 1080 Wien
Anmeldung: https://www.pfz.at/article1784.htm