Informationsfülle und Geldmangel: Armut und die Medien

Wie gehen Medien mit Armut um? Auf welche Weise prägen Medien das Bild von Armut und "den Armen"? Welche Rolle haben Medien in der Armutslinderung und welche Aufgabe können sie spielen? Diesen und ähnlichen Fragen geht von 6. bis 8. Juni 2005 ein interaktives Seminar der Poverty Research Group in Innsbruck nach. Fernsehen, Radio, Printmedien und das Internet sind weltweit zu machtvollen Instrumenten geworden. Der oft schwierige Zugang zu objektiven Information und die einseitige Informiertheit großer Bevölkerungsgruppen ist sowohl in den Ländern des Südens als auch des Nordens prägend. Eine steigende Medienkonzentration verstärkt diesen Trend.

Armut und damit verbundene Phänomene wie Korruption und Arbeitslosigkeit, aber auch Wohlstand und Überfluss werden immer noch nachrangig behandelt und oft schlecht aufgearbeitet. Vorurteile und Stereotypenbildung sind allgegenwärtig. Dem können nur Projekte unter Einbeziehung der Betroffenen entgegenwirken. Eine Reihe neuer Medienprojekte widmet sich diesen Themen, erreicht damit aber nur selten politische Entscheidungsträger.

Sozialpolitik und Entwicklungszusammenarbeit stellen wichtige Eckpfeiler einer verantwortungsbewussten Gesellschaft dar. Wie verantwortlich agieren Medien, um gesellschaftlich wirklich relevante Themen an breite Bevölkerungsschichten zu transportieren? Welche Rolle spielen Medien heute und welche Rolle können sie spielen, um sozial benachteiligten Gruppen Gehör zu verschaffen? Was kann ein Medien-Hype (Tsunami) auslösen?

Seminar Informationsfülle und Geldmangel

Diesen und ähnlichen Fragen wird in diesem dreitägigen Seminar nachgegangen, das die Poverty Research Group der Universität Salzburg (https://www.sbg.ac.at/phi/projects/start) in Zusammenarbeit mit dem Erwachsenenbildungszentrum "Haus der Begegnung" in Innsbruck veranstaltet.

Zunehmend wird erkannt, dass sich der Einfluss der Medien auf unsere Wahrnehmung von Armut auswirkt und deshalb kritisch hinterfragt werden muss. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an MitarbeiterInnen von Sozialeinrichtungen und NGOs sowie interessierte Studierende entsprechender Fachbereiche.

Neben theoretischen Inputs zum aktuellen Stand der Armutsforschung, zur Rolle der Medien in der Armutsdebatte und zur Diskursanalyse von Medientexten über Armut am ersten Tag wird der zweite Tag ganz im Zeichen von praktischen Projekten stehen. Dahinter steht die Auffassung, dass es Möglichkeiten gibt mit Medien gemeinsam Bildungsarbeit zu leisten. Radio, Film und Printmedien werden von den TeilnehmerInnen als Medium für eine konkrete Projektarbeit herangezogen, die sich über den Lehrgang weiter entwickeln kann.

Am dritten Tag wird die Perspektive von Nichtregierungsorganisationen und sozialen Einrichtungen beleuchtet und deren Schwierigkeiten im Umgang mit immer stärker kommerzialisierten Medien. Das Dilemma zwischen Bildungsarbeit und Öffentlichkeitsarbeit lässt sich nur schwer auflösen, aber anhand funktionierender Beispiele soll aufgezeigt werden, wie beide Themen kombinierbar sind. Diese Zugänge sollen positive Projekte herausheben und mehr Optimismus und Aktionismus schaffen.

Informationen

ReferentInnen: Medien- und FilmexpertInnen.

Termin: 6. Juni 2005 10:00 8. Juni 2005, 18:00
Montag, 10:00-18:00, Dienstag und Mittwoch 9:00-18:00.

Ort: Haus der Begegnung, Innsbruck

Beitrag: 150 Euro, für Studierende 100 Euro, ca. 25% der Beiträge gehen in ein konkretes Projekt zur Armutslinderung.

Anmeldung erforderlich.

Nähere Informationen zum dowloaden: https://www.sbg.ac.at/phi/projects/start/MedienundArmut.pdf

oder beim Koordinator der Veranstaltung, Thomas Böhler, Tel.: 0512/587869-18 oder boehler@gmx.at.

Die Veranstaltung findet im Rahmen eines FWF-geförderten Projektes "option for the poor" statt. Mehr Information dazu finde sich unter https://www.sbg.ac.at/phi/projects/start/index.htm

Veröffentlicht in Entwicklungspolitik.