Linda Raule, Joschka Köck (2018): „Crossing Borders“. Szenische und partizipative Forschung an einem Wiener Polytechnikum.
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Die Unterdrückung von Jugendlichen ist ohne Frage ein generatives Thema kritischer politischer Bildung im Sinne Paulo Freires. Viele Projekte bemühen sich, Jugendliche darin zu bestärken, sich Gehör zu verschaffen und eine angemessene Beteiligung an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen zu erlangen. Doch inwiefern kann von Kindern und Jugendlichen in schwierigen Verhältnissen eigentlich erwartet werden, dass sie selbst Projekte initiieren, planen und durchführen?
Im Rahmen von „Crossing Borders“, dem hier vorgestellten partizipativen Forschungsprojekt, haben Schüler_innen der Polytechnischen Schule im Zentrum (PTS7) in Wien 7 dies gemacht und ihre eigenen generativen Themen im Rahmen eines Forumtheaterstück zum Thema Demokratie bearbeitet. Forumtheater ist eine politische Theaterform nach Augusto Boal, die Konflikte auf die Bühne bringt und den Versuch wagt, gemeinsam mit den Zuschauer_innen Lösungen und neue Handlungswege zu erspielen. Ziel war es, Alternativen für eine inklusivere und demokratischere multikulturelle Gesellschaft in Wien und besonders im siebten Bezirk zu erforschen.
Wichtigstes Ergebnis der Aufführungen war dann auch vor allem eins: Die Marginalisierten wollen vor allem als ganz normale Jugendliche gesehen werden. Dies kann als enormer Befreiungsakt interpretiert werden. Das Heft 16 der Reihe „Aktion & Reflexion“ ist das verschriftlichte Ergebnis und die Reflexion dieses einjährigen Forschungsprozesses. „Crossing Borders“ ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie ein transdisziplinäres Projekt an den Schnittstellen von Kunst, Bildung und Wissenschaft wirken kann.