Symposium anlässlich der Eröffnung des Paulo Freire Zentrums in Wien
Zeit: Freitag, 3. Dezember 2004, 18.00 20.00 Uhr
Ort: Europasaal des LAI Lateinamerika Institut, Türkenstraße 17, 1090 Wien
Die politischen Bildungsprogramme Paulo Freires sind vielfach bekämpft und von oben abgeschafft worden. Paulo Freires Ideen sind politisch besiegt worden, doch sie gewinnen gerade dann wieder an Kraft, wenn klar wird, dass die gesellschaftliche Dynamik in die falsche Richtung geht: Wenn Solidarität und Gerechtigkeit im offiziellen Diskurs keine Rolle mehr spielen, wenn die Kluft zwischen arm und reich, oben und unten immer größer wird, dann wird Befreiung wieder ein wichtiges Konzept. Die letzten 20 Jahre waren nicht nur in der politischen Entwicklung eine Periode des Rückschritts, auch die Wissenschaft wird immer offener in den Dienst der vorherrschenden Interessen gestellt.
Das Paulo Freire Zentrum für transdisziplinäre Entwicklungsforschung und Bildung ist ein Freiraum für die Reflexion politischer Praxis. Es versteht Praxis (Aktion und Reflexion) in Forschung – Bildung – Politik als Teil eines Prozesses, dessen Endziel die Aufhebung von Unterdrückung ist. Initiiert und ermöglicht wurde das PFZ durch eine Kooperation von ÖFSE und Mattersburger Kreis.
Anlässlich der Eröffnung des Paulo Freire Zentrums möchte das Symposium die Aktualität der Konzepte und Methoden Paulo Freires diskutieren. Den Ausgangspunkt stellen die aktuellen Erfahrungen in Venezuela dar, wo heute erneut mit Volksbildung und befreiungsorientiertem Handeln experimentiert wird.
Programm
– Andreas Novy, wissenschaftlicher Leiter des Paulo Freire Zentrums, Wien: Das Paulo Freire Zentrum. Präsentation einer neuen Initiative
– Hauptredner, Gustavo Márquez Marin, Botschafter der bolivarianischen Republik Venezuela:
"Die Pädagogik der Unterdrückten an der Peripherie. Lebt sie noch? Zur Aktualität der Konzepte von Paulo Freire."
– Co-Statements zur Frage: "Brauchen wir eine Pädagogik der Unterdrückten in Österreich?"
Diskussion
Getränke & Brötchen