„this human world“ – das Filmfestival der Menschenrechte

Das Wiener Filmfestival der Menschenrechte „this human world“ rückte im Dezember 2013 zum sechsten Mal die Menschenrechte in den Mittelpunkt seines Programms. Verschiedene Filme rund um das Thema wurden einem interessierten Publikum präsentiert und im Rahmen zahlreicher Publikumsdiskussionen mit den RegisseurInnen reflektiert.

Ziele des Filmfestivals

Die Darstellung und der Austausch gesellschaftspolitischer und -kritischer Inhalte lag den VeranstalterInnen von „this human world“ auch 2013 am Herzen. Der Film diente dafür erneut als geeignetes Medium, da die zentralen Menschenrechtsthemen vielseitig und aufrüttelnd dargestellt werden konnten. Diese Form der Bewusstseinsbildung sprach ein breites Publikum an, sodass kritische und bewusstseinsschaffende Inhalte spannend und direkt vermittelt werden konnten. Die präsentierten Filme wurden in fünf Wiener Kinos gezeigt.

Pressekonferenz am 21. November 2013

Die Pressekonferenz des Filmfestivals wurde von Zora Bachmann, der Festivalleiterin, Manfred Nowak, Professor für internationalen Menschenrechtsschutz und Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts und dem Regisseur Gerald Igor Hauzenberger, von dem u.a. der Festivaltrailer stammt, abgehalten. Dabei wurden die Festivalschwerpunkte sowie der Trailer vorgestellt. Der erste Schwerpunkt lautete „Education“. Die dazu angebotenen Filme sollten die nationalen, wie auch die internationalen Kämpfe um Bildung und Chancengleichheit beleuchten. Einen weiteren Schwerpunkt und somit zentralen Part des Festivals nahm „LGBTI-Rights Worldwide“ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender/Transsexual & Intersexed) ein. Dabei sollte die Aufmerksamkeit auf die weiterhin stark ausgeprägte Homophobie gerichtet werden. Der Festivalschwerpunkt „Women Make Movies“ sollte gemeinsam mit der gleichnamigen Non-Profit-Organisation gegen die Unterrepräsentation von Frauen in der Medienindustrie arbeiten. Denn wo wäre ein solcher Schwerpunkt besser aufgehoben als bei einem Filmfestival der Menschenrechte? Der letzte Schwerpunkt „this human Works“ richtete den Blick auf moderne Arbeitswelten und zeigte den Umgang mit Arbeitslosigkeit auf.

Eine Frage aus dem Publikum war, ob es denn einen Schwerpunkt auf Menschen mit Behinderung geben würde. Bachmann verwies darauf, dass ein ausgewählter Film dieses Thema zwar berühren würde, dass 2013 aber kein Themenschwerpunkt darauf gelegt werden würde.

Eröffnung  am 5. Dezember 2013 im Wiener Gartenbaukino

Bei der Eröffnung konnten die BesucherInnen den bisherigen Erfolg des sechsjährigen Festivals klar erkennen. Unzählige Kooperations- und MedienpartnerInnen, SponsorInnen und FörderInnen standen hinter diesem Projekt. Während der Eröffnung folgte eine begeisternde und zukunftsorientierte Rede der nächsten. Der Film „An Episode in the Life of an Iron Picker“ von Oscar-Preisträger Danis Tanovi? gab letztendlich den Startschuss für das Festival. Er handelte von einer in Bosnien-Herzegowina lebenden Roma-Familie. Als die Mutter eines Tages mit Unterleibsschmerzen und einer drohenden Sepsis ins Spital kommt, wird die Situation immer kritischer: Die Familie ist nicht versichert, der Eingriff ist zu kostspielig. Somit beginnt der mittellose Kampf gegen das herrschende Klassensystem. Dieser Film erzählt eine wahre Geschichte und wirkt besonders eindrucksvoll, da die betroffene Familie sich selbst spielt. Nicht zuletzt dadurch wirkt der Film sehr realistisch.

Themenschwerpunkt „Education“

Wie bereits die Jahre zuvor konnte sich „this human world“ auch 2013 mit einer enormen Anzahl und Vielfalt an Filmen schmücken (rund 80 Filme). Einer dieser Filme war der Dokumentarfilm „Black Out“. Er zeigte wie Hunderte SchülerInnen in Conakry in Guinea jeden Abend zu beleuchteten Gebieten der Stadt wandern, um so Zugang zu Elektrizität und Licht zu erhalten. Sie nehmen diese langen Wege auf sich, um für ihre Schulprüfungen zu lernen. Die im Film vorgestellten Hoffnungen der jungen GuineerInnen auf eine bessere Zukunft durch Bildung veranlasst dazu, über die Unkompliziertheit und Selbstverständlichkeit der eigenen Schulzeit nachzudenken. Dieser Film gibt das Thema „Education“ auf eine spannende und selbstreflexive Art wider. Im Rahmen des Festivals wurden auch Vorstellungen für Schulklassen angeboten, da es ein Anliegen von „this human world“ war, auch junge ZuschauerInnen zu erreichen.

Resümee

Auch im Jahr 2013 konnte „this human world“ mit einer Vielzahl an Filmen und Projekten, die gesellschaftliche Herausforderungen rund um Menschenrechte thematisierten, punkten. Die spannende Gestaltung und die mediale Aufmerksamkeit, die das Festival erfuhr führten dazu, dass viele ZuschauerInnen die Kinos füllten. Ein nicht zu vernachlässigendes Anliegen des Filmfestivals war es, unbekannten FilmemacherInnen eine Chance zu geben, gefördert zu werden. Dies wurde durch die aktive Teilnahme (in Form von Kinobesuchen), Abstimmungen des Publikums und einer filmgeschulten Jury in Form eines Wettbewerbes unterstützt. Durch Filmvorstellungen und Kurzfilm-Wettbewerben für SchülerInnen sollte die Thematik der Menschenrechte auch Jugendlichen nahegebracht werden. Dies passte zum Themenschwerpunkt „Education“ und sprach die wichtigsten Beteiligten dieses Sektors an: SchülerInnen. Bei „this human world“ handelte es sich auch 2013 um ein kritisches Filmfestival der Menschenrechte, das einen Besuch nahezu abverlangte.

Die Autorin ist Praktikantin im Paulo Freire Zentrum. Reaktionen bitte an redaktion@pfz.at.

Veröffentlicht in Entwicklungspolitik.