Das Freire-Zentrum bat eine Reihe von Personen, ihre Vorstellungen
eines integrierten Entwicklungsbegriffs in kurzer Form zu präsentieren.
Foto: Günther Stachel
Entwicklung ist Entfaltung. Menschen entwickeln sich durch Entfaltung
ihrer schöpferischen Kräfte. Dieser Gedanke ist auch auf
Menschengruppen oder Nationen übertragbar.
Der im Begriffsfeld
"Entwicklung" entstandene und bestimmende Leitgedanke war und ist,
Hindernisse für die Entfaltung des Potenzials von Menschen und
Nationen, also: Unrecht, Armut, Krieg, zu beseitigen. Dies bedeutet
weiter, die in vielen Charten, Manifesten und Erklärungen
festgeschriebenen Menschenrechte für alle zu verwirklichen. Der Begriff "Entwicklung" bekommt damit eine klar emanzipatorische, befreiende Dimension weit über ökonomistische Einengungen hinaus.
Ein wichtiger Denkansatz ist für mich die Verknüpfung von individueller Entfaltung mit gesellschaftlicher Entwicklung: Gerade durch die Teilnahme des einzelnen Menschen am Kampf um Gerechtigkeit und Selbstbestimmung für seine Gemeinschaft entwickelt er/sie sich. Dabei bleiben Bündnisse mit möglichst vielen PartnerInnen in der Welt für die um ihr Recht Kämpfenden in armen Ländern wohl weiterhin geboten und nützlich, und Entwicklungsarbeit in diesem Sinn bleibt weiterhin eine akute Notwendigkeit.
Der Autor ist pensionierter Mitarbeiter der Sektion VII im BMaA / OEZA und war dort als stellvertretender Sektionschef tätig.