Militärausgaben versus Entwicklungsziele

Im Jahr 2003 seien 956 Milliarden US-Dollar für militärische Zwecke ausgegeben worden. Eine Milliarde Kinder leiden an den Folgen von Armut, Krieg und HIV/AIDS. Ein weiterer ernüchternder
Bericht einer UN-Organisation.

Mehr als die Hälfte der 2,2 Milliarden Kinder der Welt werden der bestmöglichen geistigen und körperlichen Gesundheit beraubt, weil einige Regierungen politische Maßnahmen ergreifen, die die Wirkung von Armut, Krieg und HIV/AIDS intensivieren und die Chance, extreme Armut bis 2015 zu halbieren, reduzieren. Dies stellte die Direktorin des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) in einem am 9. Dezember 2004 veröffentlichten Report fest.

"Zu viele Regierungen treffen informierte und vorsätzliche Entscheidungen, die tatsächlich die Kindheit verletzen. Armut kommt nicht von nirgendwo; Krieg entsteht nicht aus dem Nichts, AIDS verbreitet sich nicht von allein. Das sind unsere Entscheidungen", sagte die UNICEF-Direktorin Carol Bellamy in London, als sie den Report State of the World’s Children 2005: Childhood under Threat der Öffentlichkeit präsentierte.

"Wenn die Hälfte der Kinder der Welt hungernd und ungesund aufwachsen, wenn Schulen zu Zielen im Krieg werden und ganze Dörfer durch AIDS geleert werden, dann haben wir darin versagt, unsere Versprechen hinsichtlich der Kindheit zu erfüllen", fügte sie hinzu. Die öffentlichen Entscheidungen würden die Chancen minimieren, die Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen (MDG) zu erreichen, die auf dem Gipfel der Vereinten Nationen im Jahre 2000 vereinbart wurden und den Zweck haben, die extreme Armut bis 2015 um 50 Prozent zu verringern.

Versprechen gebrochen

"Die geschätzten Kosten dafür, die Millenniumsentwicklungsziele bis 2015 zu erreichen, betragen 40-70 Milliarden US-Dollar. Die Militärausgaben im Jahr 2003 betrugen 956 Milliarden Dollar", argumentiert der UNICEF-Report: "Für hunderte Millionen Kinder erscheint das Versprechen der Kindheit, das in der Konvention über die Rechte des Kindes festgelegt wurde, bereits gebrochen. Sie erhalten nicht ihr Recht auf Liebe, Fürsorge und Schutz in einem familiären Umfeld, um bestärkt ihr volles Potenzial zu erreichen."

Das Bruttonationaleinkommen pro Person, so die UNICEF, lag im Jahre 2004 im Afrika südlich der Sahara bei 496 US-Dollar und in Südasien bei 511 US-Dollar, verglichen mit 1.426 US-Dollar in Ostasien und dem Pazifik, 1.465 US-Dollar im Nahen Osten und in Nordafrika, 3.311 US-Dollar in Lateinamerika und der Karibik, 2.036 US-Dollar in den Transformationsländern und 28.337 US-Dollar in den industrialisierten Ländern. Die Verbreitung von HIV/AIDS liege bei 7,5 Prozent der Bevölkerung im subsaharischen Afrika, mit 12 der 15 Millionen AIDS-Waisen der Welt, verglichen mit 1,1 Prozent in allen peripheren Ländern und 0,4 Prozent in den Ländern des kapitalistischen Zentrums. Während die weltweite Lebenserwartung von 56 auf 63 Lebensjahre angestiegen sei, sei sie in 18 subsaharischen Ländern gefallen.

"Das muss nicht so sein. Wir haben eine noch nie da gewesene Gelegenheit, die Rechte von Kindern zu gewährleisten", argumentiert die UNICEF.

Quelle: Vereinte Nationen

Veröffentlicht in Entwicklungspolitik.