Langsameres Bevölkerungswachstum – unveränderte Schwierigkeiten

Das rapide Bevölkerungswachstum nähere sich in den meisten Teilen der Welt einem Ende, sagte die stellvertretende Generalsekretärin der Vereinten Nationen, Louise Fréchette, am 14. Oktober 2004 anlässlich des zehnten Jahrestages der Bevölkerungs- und Entwicklungskonferenz in Kairo.

Die meisten Regionen kämpfen jedoch noch immer mit Armut und Umweltverschmutzung, argumentierte Louise Fréchette vor der Generalversammlung. Viele Länder seien noch immer mit jenen Entwicklungsproblemen geschlagen, die plötzlicher Urbanisierung und Bevölkerungswachstum geschuldet seien bzw. den menschlichen und finanziellen Opfern, die die HIV/AIDS-Pandemie zurückgelassen habe.

In der kommenden Dekade "können und müssen wir darüber hinausgehen", so Fréchette, wenn die Welt die Vorhaben und Ziele der Internationalen Bevölkerungs- und Entwicklungskonferenz (ICPD) von 1994 erfüllen soll, bei der 179 Staaten einem 20jährigen Programm zustimmten, um die sexuelle und reproduktive Gesundheit zu verbessern, die Armut zu lindern, die Gleichheit zwischen den Geschlechtern zu sichern und die Menschenrechte zu fördern.

Louise Fréchette meinte, die Geschwindigkeit des Bevölkerungswachstums habe sich in einigen Ländern zu verlangsamen begonnen. Dies sei Folge von sinkenden Geburtenraten in fast allen Teilen der Welt. Die Lebenserwartung habe sich seit Kairo ebenso erhöht, mit Ausnahme von Osteuropa, Ostafrika und dem südlichen Afrika.

Der Präsident der Generalversammlung, Jean Ping aus Gabon, sagte, es sei klar, dass die in Kairo entworfenen Aktionsprogramme den Test bestanden hätten, da sie von unzähligen Ländern verwendet würden, um deren Politik zur Armutsbekämpfung und Entwicklung zu gestalten. Die wirtschaftlich unterentwickelten Länder seien jedoch noch immer mit gewaltigen Herausforderungen konfrontiert, von den Problemen die durch HIV/AIDS hervorgerufen werden bis zu den Millionen von Müttern, die jedes Jahr durch Komplikationen bei der Geburt sterben.

Die Direktorin des UN Bevölkerungsfonds (UNFPA), Thoraya Ahmed Obaid, bezeichnete die Kairo-Konferenz als Wendepunkt, weil sie es den Menschen erlaubt habe, öffentlich über Themen zu sprechen, die ein Tabu gewesen seien, wie etwa Gewalt gegen Frauen und die Anwendung von sexueller Gewalt als Waffe in Konflikten. Sie forderte die Regierungen dazu auf, mehr zu investieren, um den Kreis der Armut zu durchbrechen, in dem Millionen von Menschen in armen Ländern gefangen seien, sei es durch verbesserten Zugang zu Bildung, Erhöhung der Standards der Gesundheitssysteme oder durch Eliminierung der Geschlechterungleichheit und -diskriminierung.

Quelle: Vereinte Nationen

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