Systematisierung von Erfahrungen.

Systematisierung von Erfahrungen“ ist ein partizipativer Lernprozess, der ausgehend von den Erfahrungen der Akteure und Akteurinnen Wissen über die Praxis erzeugt. Es ist eine Methode, die es erlaubt, implizites Wissen sichtbar und sozialisierbar zu machen. Im Folgenden finden Sie Informationen zur Methode sowie konkrete Projekte der Systematisierung von Erfahrungen.

Historischer Kontext:

In Lateinamerika hat sich die Methode in den 1970er und 1980er Jahren vor allem im Zusammenhang mit dem Konzept der educación popular, der Arbeit in sozialen Projekten und mit der partizipativen Aktionsforschung entwickelt. Ganz im Sinne von Paulo Freire und der „Pädagogik der Befreiung“ wird bei der Systematisierung von Erfahrungen Lernen als Prozess der Bewusstwerdung der eigenen Geschichte und der eigenen Wahrnehmung definiert. Zentral dabei ist der Anspruch, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern.

Methodik:

Im Systematisierungsprozess wird zuerst eine relevante Erfahrung rekonstruiert und in ihren Kontexten betrachtet. In einem zweiten Schritt wird dieser Prozess interpretiert und analysiert, um die innere Logik zu verstehen. Dabei geht es um einen individuellen und gleichzeitig auch um einen kollektiven Lernprozess, um das Lernen einer Person, eines Teams oder einer Organisation. Wichtig ist, im Prozess die gleichberechtigte Beteiligung und Teilhabe jener Menschen sicherzustellen, die eine bestimmte Erfahrung gemeinsam erlebt haben.

Literatur:

1) Ausgabe 12 von „Aktion & Reflexion – Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und dialogischen Bildung“ beschäftigte sich  intensiv mit der Methode „Systematisierung von Erfahrungen“:

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Elisabeth Schmid, Anton Luger (Hg.):

Verstehen, was wir tun. Systematisierung von Erfahrungen als partizipativer Prozess.

Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und dialogischen Bildung; Heft 12. Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien,  Juni 2015.

Aktion&Reflexion Heft 12 (2.14 MB)

Das Ziel dieses Textes ist es, einerseits die theoretischen Grundlagen der Methode zu beschreiben und andererseits eine Anleitung für die Durchführung einer Systematisierung von Erfahrungen zu geben. Im ersten Abschnitt werden die Basis, die wesentlichen Elemente, die Möglichkeiten und Grenzen der Systematisierung von Erfahrungen dargestellt. Im zweiten Teil werden die fünf Schritte einer Systematisierung beschrieben.

2) Die Brandneue Ausgabe 13 der Reihe widmete sich in der Folge einem konkreten Systematisierungsprozess: dem ersten, der in Österreich je stattgefunden hat!

Cover_A_R_gesnippt.PNGMartin Engelmeier, Traude Kotek, Maria Legner, Ingrid Schacherl, Anna Voggeneder (2016):

Erfahrungsschatz von Foodcoops. Gemeinsam reflektieren, voneinander lernen, zusammen arbeiten in selbstorganisierten Gruppen.

Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und dialogischen Bildung. Heft 13. Wien: Paulo Freire Zentrum, Dezember 2016.

Aktion&Reflexion – Erfahrungsschatz von Foodcoops (1.94 MB)

 

Aktuelle Forschungsprojekte:

1) Systematisierung von Erfahrungen des agroökologischen Lernens und Lehrens in ländlichen Gemeinden in Kuba und Mexiko.

2) Systematisierung von Erfahrungen in österreichischen Foodcoops.

 


 

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