Jahrestreffen Entwicklungsforschung

Entwicklung im Umbruch. Perspektiven österreichischer Entwicklungsforschung

Zeit: Fr., 7. März 2014, 11.00 – 18.00 Uhr

Ort: Großer Saal des OeAD, Erdgeschoß, Ebendorferstraße 7, 1010 Wien

Das Jahrestreffen der Dialoggruppe Entwicklungsforschung dient dem Austausch über unterschiedliche wissenschaftliche Zugänge. Ein besonderes Anliegen besteht darin, natur- und sozialwissenschaftliche Fachbereiche in Dialog zu bringen. Überschneidungen und Abgrenzungen, aber auch neue Möglichkeiten der Verknüpfung von Forschungsfragestellungen sollen auf diese Weise sichtbar werden.

Hintergrund:

Ausgehend von der Dialogrunde Entwicklungsforschung haben in den letzten Jahren einige Treffen der AkteurInnen österreichischer Entwicklungsforschung stattgefunden – 2008 in Innsbruck, 2009 in Salzburg, 2010 in Linz und 2012 in Graz. (siehe https://entwicklungsforschung.at/ueberuns/publikationen.htm)

Die Veranstaltung zum Thema „Welt im Umbruch“ knüpft an diese Jahrestreffen an.

Programm:

 11:00
Begrüßung & Einführung

 11:30
Panel: Demokratie, Zivilgesellschaft und soziale Bewegungen

  • Ausbreitung oder Rückzug? Zur aktuellen Debatte über die Entwicklung der Demokratie in den Ländern des Globalen Südens. Ein Impulsstatement von Christian Pippan.
  • Regionalisierte Konkretisierungen & Kommentare:

    – Wolfram Schaffar: Straßenkämpfe in Bangkok und die Krise der Demokratie

    – Helmut Krieger: Entwicklung trotz Zivilgesellschaft: der Fall Palästina.

Diskussion am Panel und mit dem Plenum.

13:00
Pause mit kleinen Imbissen

13:30
Präsentationen & Diskussionen in vier thematischen Foren:

a. Der Raum und seine soziale Gestaltung

  • Martina Spies: Dharavi. Places and identities.
  • Nina Svanda: Brückenschlag zwischen Internationaler Humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit: Der Beitrag der Stadtentwicklungsplanung.

b. Politikentwicklung

  • Michael Obrovsky/Werner Raza: Strategische Optionen zur Neustrukturierung der Entwicklungspolitik (Fallbeispiel Österreich).
  • Michelle Proyer: Behinderung und Entwicklung – Über die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit Inklusion in der Theorie und Praxis der EZA.
  • Julia Günther: Telangana: Eine Region geprägt von sozialen Bewegungen und global ökonomischer Politik.
  • Barbara Gruber: Friedensabkommen und die Rolle der Internationalen Entwicklungszusammenarbeit am Fallbeispiel Kolumbien.

c. Wertschöpfungsketten und internationaler Handel

  • Sandra Stieger: Kakaowertschöpfungsketten in Ecuador.
  • Barbara Spechtl: Analyse der europäischen Agrosprit- und Handelspolitik aus Sicht der Internationalen Politischen Ökonomie (IPÖ) im Hinblick auf land-grabbing.
  • Veronika Hämmerle: Upgrading durch Fair Trade im Tourismus (FTT). Eine Analyse der ersten Fair Trade Tourismusbetriebe. Eine Fallstudie aus Südafrika.
  • Valentin Seidler: Nord-Süd Transfer von Wissen und Institutionen. Eine theoretische Analyse anhand des Beispiels von Fair Trade im Tourismussektor.

d. Ökologie, Klima & Energie

  • Birgit Habermann: Partizipation im Klimadschungel: der Versuch einer sozial verträglichen CO2-Kompensation in Ambober, Äthiopien.
  • Petra Braun: Essbare Gärten in Uganda – ein Beitrag zur Stärkung der Kapazitäten und Ermächtigung für Ernährungssicherheit und Ernährungssouveränität
  • Angela Meyer und Gregor Giersch: Die Rolle von Zivilgesellschaftlichen Organisationen (CSOs) in lokalen, community-basierten Lösungsansätzen für den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen in Lateinamerika.

 16:00
Kaffeepause

 16:30
reporting back :

Zunächst in Kleingruppen, dann im Plenum werden Eindrücke und Erkenntnisse aus den vier thematischen Foren zusammengetragen und integriert. Jede Person sucht sich drei weitere Personen, die in anderen thematischen Räumen waren.

Ein Ausblick auf die Potenziale der Entwicklungsforschung in Österreich und auf die Entwicklungstagung im November 2014 in Salzburg schließt die Veranstaltung.

 18:00
Ende

Im Veranstaltungssaal und im Kaffeepausenraum werden folgende Poster präsentiert:

  • Mario Liebensteiner und Christian Bellak: Kurzzeitige Arbeitsmigration von Armenien nach Russland.
  • Stefan Brocza/Andreas Brocza: Brasilien überschwemmt Agrarmärkte im südlichen Afrika
  • Jakob Lederer: Peak oil, peak phosphorus, peak everything: Gedanken zu einem problematischen Begriff über den globalen Umgang mit natürlichen Ressourcen

Zum Inhalt:

Inhaltlich orientiert sich das Treffen der Entwicklungsforschung im weiteren Sinn an den Themen des Eröffnungsabends der Entwicklungstagung (14.-16. Nov. 2014 in Salzburg). Nachfolgend werden diese Themen anhand eines Auszugs aus dem Tagungsprogramm dargestellt:

Welt im Umbruch – Blitzlichter aktueller Entwicklung

Die Welt ist im Umbruch, kein Zweifel. Dies wirft weitreichende und viel diskutierte Fragen auf: Welche Umbrüche werden die globalen Verhältnisse grundlegend verändern, wie und mit welchen Konsequenzen? Neben Weltwirtschaftskrise, globaler Migration und Klimakrise sind es neue soziale Kämpfe, die globale Aufmerksamkeit erlangen.

In diesem ersten Plenarteil soll ein Mosaik unterschiedlicher Dynamiken entstehen, das Einblicke in die gegenwärtigen Entwicklungsprozesse und ihre Widersprüche ermöglicht und so beispielhaft die Komplexität heutiger globaler Entwicklungen darstellt.

Die folgenden vier Betrachtungsfelder stehen im Fokus. Beiträge, die Schnittstellen zwischen ihnen oder auch übergreifende Themenfelder wie Gender und Migration betreffen, sind ebenso willkommen!

a. Die politische Bühne: Demokratie, Zivilgesellschaft, soziale Bewegungen und Politikentwicklung

Erleben wir derzeit bspw. mit der occupy-Bewegung und dem „Arabischer Frühling“ einen neuen Schub an Demokratisierung? Wie sind die jüngeren sozialen Bewegungen einzuordnen? Haben sich die Gesichter der Zivilgesellschaft verändert? Oder aber hat sich die Forscherlinse zum Thema Zivilgesellschaft verändert? Inwieweit hilft uns das westlich geprägte liberal-demokratische Modell von Zivilgesellschaft, Transformationsprozesse z.B. in Ländern des globalen Südens zu verstehen? Wo stoßen wir als ForscherInnen mit unserer Idee von Zivilgesellschaft an Erklärungsgrenzen?

b. Konflikte, Kriege & Gewalt

Der Syrienkonflikt ist nur einer von mehreren Schauplätzen, die zeigen, dass die aktuelle Weltordnung keine friedliche ist. Wie haben sich Konfliktmuster in der jüngsten Zeit verändert? Welche Rolle spielen dabei aktuelle „Umbrüche“ der Weltwirtschaft, politische Machtverhältnisse und soziale Kämpfe, Migration oder auch ökologische Grenzen des Wachstums?

c. Ökonomie, Wohlstand & Armut

Der Aufstieg der BRICS-Staaten wie auch die Krise in Südeuropa verändern die Landkarte der Verteilung von Reichtum und Armut. Wie wirken sich aktuelle Veränderungen der ökonomischen Verhältnisse auf Wohlstandsentwicklungen sowie neue Formen von Armut aus? Welchen Entwicklungsmodellen und Paradigmen folgt die globale politische Ökonomie? Welche Vorstellungen und Forderungen setzten soziale Bewegungen dem entgegen?

d. Ökologie, Klima & Energie

Der Peak-Oil wie der Peak-Everything nähern sich, während die globale Temperaturerwärmung unumkehrbar scheint. Während „Nachhaltigkeit“ zum allgegenwärtigen Gütekriterium und Entwicklungsparadigma erhoben wird und gleichzeitig einem dominanten Modernisierungsstreben gegenübersteht, gelangen die Klimakonferenzen weiterhin zu keinem Durchbruch. Welche Forschungen zu Energie- und Klimafragen werden in der österreichischen Entwicklungsforschung betrieben? Welche Perspektiven werfen sie auf die aktuellen Zusammenhänge ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit? Welchen Beitrag können sie zur Minderung von Folgeschäden oder zur Anpassung an neue ökologische Herausforderungen leisten?

Organisatorische Hinweise:

Die elektronische Anmeldung über unsere Webseite ist leider nicht mehr möglich. Sie können aber gerne unangemeldet zur Veranstaltung kommen, wir nehmen Sie dann händisch in die TeilnehmerInnenliste auf!



VeranstalterInnen:




Centre for Development Research
(BOKU Wien)

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Internationale Entwicklung
(Universität Wien)

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Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik

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ÖFSE

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KEF

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Paulo Freire Zentrum


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Veröffentlicht in Entwicklungsforschung, Aktivitäten.