Befreiende Bildung: Anknüpfen an Paulo Freire

Zum 15. Todestag von Paulo Freire (1921-1997)


Hier gehts zum Veranstaltungsbericht. Inzwischen wurde auch der Dokumentarfilm auf okto-TV ausgestrahlt. Er kann auf www.okto.tv/andererseits angeschaut werden.

Abendveranstaltung: Donnerstag, 10. Mai 2012, 19.00 Uhr

Ort: depot, Breitegasse 3, 1070 Wien

ExpertInnengespräch: Freitag, 11. Mai 2012, 9.00 Uhr

Ort: Institut für Wissenschaft und Kunst, Berggasse 17, 1090 Wien

Anmeldung per E-Mail an wolfgang.kellner@ring.bildungswerke.at  oder telefonisch unter 0664 / 45 43 103

Der brasilianische Pädagoge Paulo Freire hat die Praxis der nonformalen und informellen Bildungsarbeit weltweit stark beeinflusst. Konzepte wie Bewusstseinsbildung, Dialog und kulturelle Aktion wurden von ihm theoretisch reflektiert wie auch praktisch erprobt. Doch was bleibt von Freires „Pädagogik der Unterdrückten“ 15 Jahre nach seinem Tod? Lassen sich seine Ansätze vom Lateinamerika der Diktaturen auf ein Europa der Demokratien übertragen? Kann man Konzepte aus den 1970er-Jahren auch im 21. Jahrhundert produktiv nutzen?

Anlässlich des 15. Todestages Paulo Freires am 2. Mai fragt dieser Abend mit Kira Funke nach der Aktualität Paulo Freires, unter anderem im Hinblick auf community education. Eine partizipatorische Demokratie ist ohne Bewusstseinsbildung und Dialog wohl nicht realisierbar.

Das ExpertInnengespräch am Freitagvormittag gibt Gelegenheit, gemeinsam mit Kira Funke die Thesen ihres Vortrags eingehender zu debattieren oder auch eigene Forschungsfragen und -ansätze zur Diskussion zu stellen.

„[Eines ist klar ] Paulo Freire wurde nicht als revolutionärer Retter eines Volkes geboren, sondern entwickelte sich im Laufe seines Lebens durch unterschiedlichste Erfahrungen und Wirkungskreise zu einem Pädagogen, der sich der Befreiung des Volkes durch eine bewusstseinsbildende Pädagogik verschrieb was damals wie heute durchaus als revolutionär im etymologischen Sinn zu verstehen ist: als ein Wieder-Aufrollen des Verständnisses von Pädagogik, ihren Aufgaben, Möglichkeiten und Pflichten in einer Welt, die alles andere als perfekt ist.“ (Funke 2010, 45)

Kira Funke ist Erziehungswissenschaftlerin. Sie ist Lehrbeauftragte an der Universität Köln und zudem tätig beim Landesjugendamt Rheinland. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Freireanische Bildung, konstruktivistische Erziehungswissenschaft, bürgerschaftliches und freiwilliges Engagement, Migration/Integration und Fragen zur Kinder- und Jugendarmut. Für ihre Forschungen über Paulo Freire hat sie sich u.a. mit den neueren und nicht übersetzten Werken von Paulo Freire befasst sowie Reisen nach Brasilien unternommen.



Kira Funke: Paulo Freire. Werk, Wirkung und Aktualität. Waxmann Verlag (Münster/New York/Berlin/München) 2010. 339 Seiten. ISBN 978-3-8309-2355-8.

Informationen zu den aktuellen Veranstaltungen und Publikationen im Rahmen des „Jour Fixe Bildungstheorie“ finden Sie auf dessen Facebook-Seite.

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Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien

Die Veranstaltung wird gefördert von:

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Veröffentlicht in Paulo Freire, Aktivitäten.