Zeit: Montag, 30. Jänner 2012, 18.00 Uhr
Ort: Alois-Wagner-Saal im C3 – Centrum für Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, 1090 Wien
Was macht eine soziale Bewegung erfolgreich? Welche Rahmenbedingungen braucht Forumtheater, wenn es als Theater des Volkes wirken will? Diese Fragen sollen im Rahmen der Präsentation des Buches von Sanjoy Ganguly „Forumtheater und Demokratie in Indien“ diskutiert werden. Sanjoy Ganguly ist indischer Theateraktivist und verknüpft Theater mit politischer Bewegung. Indien ist dazu ein spannungsreicher Kontext, denn als aufstrebender Global Player befindet sich das Land in großen Umbrüchen.
GANGULY, Sanjoy
Forumtheater und Demokratie in Indien
Wien 2011: Mandelbaum kritik & utopie.
herausgegeben und übersetzt von Birgit Fritz, mit einleitenden Texten von Gerald Faschingeder, Birgit Fritz und dem englischen Herausgeber Ralph Yarrow.
268 Seiten / Format 12 x 19 / englische Broschur / 19.90
ISBN: 978385476-605-6
Zum Einstieg in den Abend gibt es Eindrücke aus dem Film „A Theatre in the Field“ eine Dokumentation von Jeanne Dosse über die indische Theaterbewegung Jana Sanskriti.
Podiumsgespräch mit
- Eva Wallensteiner, Theaterethnologin, Projektreferentin der Dreikönigsaktion
- Birgit Fritz, Herausgeberin und Mitbegründerin des „Theater der Unterdrückten Wien – TdU-Wien“
- Gerald Faschingeder, Paulo Freire Zentrum, Lehrbeauftragter am Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien
Anschließend kleine Snacks.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem „Theater der Unterdrückten Wien“ und dem Mandelbaum Verlag.
Indische Theaterarbeit zwischen Marx und Vivekananda: Das Theater der Unterdrückten wurzelt im Lateinamerika der 1960er und 70er Jahre. Es hat nicht nur vergangene Diktaturen erfolgreich überlebt, sondern meistert nun auch den Sprung ins 21. Jahrhundert. Das friedensfördernde, demokratisierende »Menschenrechtstheater« wird aktuell auf allen Kontinenten und in vielen Ländern, von Singapur bis nach Kolumbien, praktiziert.
Die indische Theaterbewegung Jana Sanskriti und ihr Gründer Sanjoy Ganguly stellen dabei laut Augusto Boal (dem Begründer der Methode), die wichtigsten außerbrasilianischen Exponenten dar. Mit einer direkten und informellen, jedoch sehr reflektierenden Art beschäftigt sich Sanjoy Ganguly in seinem Buch „Forumtheater und Demokratie in Indien“ mit Fragen der Macht und Hierarchie, Bildungsmodellen und Demokratie. Es geht nicht nur um das Verstehen, sondern auch darum, eine performative Ästhetik eines »Theater als Politik« umzusetzen – in einer Zeit in der viele das Vertrauen in die Politik verloren haben.
Das Buch von Sanjoy Ganguly ist ein Beitrag zur Entwicklungsdebatte aus dem Globalen Süden. – ein provokanter Anstoß, sich mit Fragen von Bildung und Lernen, von sozialen Verhältnissen und politischer Bewegung zu befassen.
An diesem Abend wird ausgehend von der Neuerscheinung die Frage diskutiert, welches demokratiepolitische Potential Forumtheater in Indien hat und was Österreich davon lernen könnte.
Den Bericht zur Veranstaltung finden Sie hier.