Im Rahmen einer Vorveranstaltung zur 4. Österreichischen Entwicklungstagung im Mai 2008 in Uganda diskutierten AkteurInnen aus dem ostafrikanischen Agrarsektor über Möglichkeiten und Hindernisse einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Entwicklung in der Region. Dort formulierte Einsichten und Forderungen wurden in einer Botschaft an Österreich zusammengefasst.Spezifisches Ziel der von Horizont 3000 organisierten Konferenz war es Lösungsansätze und Politikvorschläge zu erarbeiten und zugleich die Verantwortung verschiedener AkteurInnen in Bezug auf deren Umsetzung festzuhalten. Dabei wurden sowohl die Rolle der Wirtschaft, Kernaufgaben der ostafrikanischen Regierungen sowie das Potential einer verstärkten Organisation von Kleinbauern und bäuerinnen thematisiert. Nicht zuletzt verweisen acht Forderungen, die von KonferenzteilnehmerInnen aus Uganda, Kenia, Tansania und Österreich formuliert wurden, auch auf die Verantwortung der Österreichischen EZA als Partnerin im Bereich „Ländliche Entwicklung“. Das Paulo Freire Zentrum gibt die Botschaft an Österreich im Wortlaut wieder:
1. Wir sind davon überzeugt, dass sich die Region als auch die Lebensumstände der Bauern und Bäuerinnen nur entwickeln und verbessern können, wenn die subsistenzorientierte Landwirtschaft zu einer marktorientierten transformiert wird.
2. Wir nehmen Entwicklungshilfe, die auf umweltfreundliche Praktiken als Teil der Verbesserung von Lebensbedingungen abzielt, sehr gerne an, und befürworten diesen Ansatz.
3. Es ist unser Gefühl, dass, um diesen Bestrebungen gerecht zu werden, es unumgänglich ist, Ansätze und Strategien anzuwenden, die die Menschen in den Mittelpunkt stellen und partizipativ, interkulturell, multidisziplinär und gendersensibel sind.
4. Wir rufen zu mehr Unterstützung in den Bereichen Lobbying und Networking-Aktivitäten von NGOs auf, die für die Stärkung und Transformation von Kleinbauern und -bäuerinnen und für Landwirtschaft für Entwicklung in Ostafrika arbeiten.
5. Die Landwirtschaft in der Region ist mit vielen Hindernissen und Schwierigkeiten konfrontiert. Um diese Probleme bekämpfen zu können, sind geeignete Technologien erforderlich. Einige dieser Technologien sind bereits entwickelt, während andere noch mehr Forschung benötigen. Diese neuen Technologien erfordern richtige Verpackung und Verbreitung. Wir fordern einen fairen Technologietransfer zum Vorteil für ostafrikanische Bauern und Bäuerinnen.
6. Wir erkennen die Tatsache an, dass sich die Region in einem fortlaufenden Krieg gegen Killer Krankheiten befindet, der die Effizienz und Arbeit der Bauern und Bäuerinnen negativ beeinträchtigt. Wir benötigen mehr Disease-Management-Programme, und dies erfordert Ihre Hilfe.
7. Wir rufen die österreichische Regierung dazu auf, ostafrikanische Regierungen bei der Implementierung von geeigneten landwirtschaftlichen Policies und Strategien zu unterstützen.
8. Wir rufen die österreichische EZA dazu auf, größeren Druck auf die WTO und auf andere internationale Institutionen auszuüben, um mehr Partizipation in der Gestaltung von Handelspolitik zu ermöglichen.
Weiterführende Information sowie Dokumentation zur Konferenz.
Deutsprachige Übersetzung der Dokumentation: Vortagung in Uganda – Konferenzbericht