Wie wirkt sich die aktuelle Geopolitik auf Entwicklungsfinanzierung aus und inwiefern sind Frieden und Konflikttransformation davon betroffen?
Am Montag, 7. April 2025, um 15 Uhr live am Instagram-Account der Entwicklungstagung sowie als Aufzeichnung auf unserem YouTube-Kanal.
Unser Gast:
- Lukas Schlögl (Senior Researcher der ÖFSE – Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung mit Schwerpunkt Entwicklungsfinanzierung)
Eine neue Unruhe hat die Welt der Entwicklungspolitik erfasst: Seit Donald Trumps Ankündigung, die US-Entwicklungsagentur US-Aid zu schließen, ist so manche Gewissheit ins Wanken geraten. Auch Großbritannien und die Niederlande haben beschlossen, Gelder der Entwicklungszusammenarbeit direkt für Rüstung umzuwidmen. Das Prophetenwort von den „Schwertern, die zu Pflugscharen gemacht werden“, wird derzeit in sein Gegenteil umgekehrt.
Für die Umsetzung der Sustainable Development Goals verheißt dies nichts Gutes, war zuletzt ohnehin bereits abzusehen, dass die 17 Ziele nicht erreicht werden können. Insbesondere das SDG 16 wirkt aktuell etwas aus der Zeit gefallen. Wird es EZA-finanzierte Prozesse der Konflikttransformation in Zukunft noch geben? Und was wird aus den österreichischen UN-Blauhelmmissionen, ein ohnehin umstrittener Teil der EZA-Ausgaben?
Im Gespräch mit Gerald Faschingeder wird Lukas Schlögl die aktuellen Herausforderungen im Feld der internationalen Entwicklungsfinanzierung benennen und dabei auf globale, wie auch auf nationale Trends eingehen.
Dazu stellen sich viele Fragen:
- Welche Aspekte des SDG 16 sind besonders durch die Einstellung von USAID betroffen?
- In welche Richtung entwickelt sich das Verhältnis von Katastrophenhilfe (für Österreich: AKF – Auslandskatastrophenfonds) zu langfristiger EZA?
- Wieviel Geld steht in Zukunft für Friedensarbeit noch zur Verfügung?
- Wie kann die Zivilgesellschaft auf diese Trends reagieren?
Lukas Schlögl ist Sozialwissenschaftler mit den Schwerpunkten Entwicklungspolitik, Entwicklungsfinanzierung sowie Technologischer Wandel und Entwicklung. Er ist seit August 2022 wissenschaftlicher Mitarbeiter der ÖFSE und darüber hinaus Senior Research Fellow und Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Seine jüngsten Forschungsbeiträge befassten sich mit Themen der Entwicklungsfinanzierung und -politik; mit Roboterisierung in Entwicklungsländern; mit Digitalpolitik in Südostasien; mit dem Verhältnis von (De-)Industrialisierung und Demokratie; und mit globalen technologiepolitischen Diskursen. Er ist an den Planungen der Entwicklungstagung 2025 in Innsbruck beteiligt.
Hier geht es zum Bericht des zweiten Peace and Justice Talks.