Im Oktober 2007 veranstalten der Mattersburger Kreis, die ÖFSE, das Projekt Internationale Entwicklung an der Universität Wien sowie das Paulo Freire Zentrum für transdisziplinäre Entwicklungsforschung und dialogische Bildung gemeinsam ein Symposium zum Thema „Entwicklungsforschung“.An die Ursprünge des Mattersburger Kreises erinnernd, wird das Symposium in Mattersburg stattfinden. Dort wurde vor 25 Jahren der Mattersburger Kreis gegründet.
Mit dieser Veranstaltung soll ein breiter Kreis von WissenschafterInnen erreicht werden, die in Österreich mit entwicklungsbezogener Forschung bzw. Entwicklungsforschung befasst sind.
Darüber hinaus werden renommierte internationale ForscherInnen mit dem Ziel eingeladen, im Rahmen eines internationalen Dialogs über das Selbstverständnis der Entwicklungsforschung, über ihre Ziele, Möglichkeiten und Grenzen zu diskutieren.
Termin: Do., 25., abends Sa., 27. Oktober 2007, mittags
Ort: Kulturzentrum Mattersburg, Wulkalände 2, A-7210 Mattersburg
Teilnahmebeitrag: siehe https://www.entwicklungsforschung.at.
Arbeitssprache: Englisch; keine Übersetzung.
Weitere Details zum Programm sowie Anmeldemöglichkeit (ab September) finden sich auf der Website zum Symposium:
https://www.entwicklungsforschung.at
Eine Kooperation von
Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den österreichischen Universitäten
ÖFSE Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung
Projekt Internationale Entwicklung an der Universität Wien
Paulo Freire Zentrum für transdisziplinäre Entwicklungsforschung und dialogische Bildung
Kulturzentrum Mattersburg
Inhaltlicher Hintergrund
Was ist Entwicklungsforschung? Auf diese Frage gibt es zum einen theoretische Antworten, die sich je nach wissenschaftstheoretischer Position und politischem Hintergrund unterscheiden. Zum anderen finden sich im konkreten Tun von WissenschafterInnen, ob in Forschung oder Lehre, Antworten, die nicht weniger vielfältig ausfallen.
Mit dem Symposium Entwicklungsforschung wird ein Beitrag dazu geleistet, verschiedene Zugänge zu Entwicklungsforschung in Österreich unter Einbeziehung internationaler Diskussionen zu behandeln.
Aktuell ist die Fragestellung nicht zuletzt durch die Initiative der Europäischen Union „Mobilizing European Research for Development Policy“ geworden. Diese betrifft zwar derzeit nur einen Teilbereich der Entwicklungsforschung, wird in den nächsten Jahren aber die Inhalte und die Organisationsstruktur der Entwicklungsforschung in Europa wesentlich beeinflussen. Eine Positionierung der Entwicklungsforschung in Österreich erscheint daher sinnvoll und wichtig.
Mit der Frage nach Entwicklungsforschung werden grundlegende wissenschaftstheoretische Fragen aufgeworfen:
Was ist Entwicklungsforschung?
Was sind die Bedingungen, die entwicklungsbezogene Forschung fördern oder behindern?
Welche Aufgabe, Eigenschaften und Forschungsanliegen hat Entwicklungsforschung? Was kann Entwicklungsforschung heute wissenschaftlich und entwicklungspolitisch leisten?
Auf welche Arten nähern sich EntwicklungsforscherInnen ihrem Gegenstand? Wie nähern sich EntwicklungsforscherInnen in und aus Ländern der Peripherie den Fragestellungen?
Ziele des Symposiums
Die VeranstalterInnen zielen auf eine breite, offene und dialogische Auseinandersetzung mit zentralen Prämissen und Aspekten der Entwicklungsforschung. Folgende Fragestellungen stellen Ausgangspunkte der Diskussion dar:
– Klärung des Forschungsgegenstands: Was ist Entwicklung (im Nord-Süd-Zusammenhang)?
– Ziele und Absichten: Was sind die Aufgaben von Entwicklungsforschung? Welche Erkenntnisse, welches Wissen soll sie hervorbringen? Was soll sie für die Entwicklungspraxis und -politik leisten?
– Theoretische und methodologische Herangehensweise: Wie nähern sich EntwicklungsforscherInnen ihrem Gegenstand? Wie nähern sich ForscherInnen in und aus Ländern der Peripherie den entsprechenden Fragestellungen?
– Was sind die Stärken, was sind die Schwächen und Grenzen des gewählten Zuganges?
Ziel ist es, zu diesen Fragen verschiedene Zugänge und Antwortmöglichkeiten zur Diskussion zu stellen und dadurch mehr Klarheit im Hinblick auf das Wesen und die Schlüsselkomponenten von Entwicklungsforschung (Gegenstand, Erkenntnisprozesse, methodologische und theoretische Zugänge) zu erreichen. Es kann jedoch nicht Ziel dieser Veranstaltung sein, eine einzige oder endgültige (Begriffs-)Bestimmung von Entwicklungsforschung zu erarbeiten, da jeder Forschungsbereich eine starke Dynamik besitzt.
Diese Diskussionen sollen dazu führen, dass sich die TeilnehmerInnen des Symposiums auch über ihre eigenen theoretischen Zugänge klarer werden und ihre eigenen Positionen besser einordnen und begründen können.
Zielgruppe
– WissenschafterInnen an österreichischen Unis, insbesondere jene, die sich mit Fragen der Internationalen Entwicklung beschäftigen.
– fortgeschrittene Studierende der Internationalen Entwicklung und anderer Studienrichtungen mit einschlägiger Spezialisierung
– Interessierte aus der entwicklungspolitischen Praxis
Die VeranstalterInnen planen, eine sozialwissenschaftliche, interdisziplinär zusammengesetzte Runde einzuladen. NaturwissenschafterInnen, die an diesem sozialwissenschaftlichen Diskurs teilnehmen möchten, sind willkommen.
Vortagung „Macht Forschung Entwicklung?“
Am 17. Oktober 2007 findet in Wien in Kooperation mit der kef Kommission für Entwicklungsfragen der Österreichische Akademie der Wissenschaften, der BMeiA (Bundesministerium für Europäische und Internationale Angelegenheiten) und der ADA (Austrian Development Agency) eine Vortagung statt. Bei dieser Vortagung steht die wissenschaftspolitische Dimension von Entwicklungsforschung im Vordergrund.
Finanzierung
Die Realisierung des Symposiums erfolgt mit finanzieller Unterstützung durch: