Aktion&Reflexion

,,Des Menschen Aktivität besteht aus Aktion und Reflexion: sie ist Praxis, sie ist Verwandlung der Welt." (Paulo Freire)

Die aus diesem Gedanken inspirierte Heftreihe ,,Aktion & Reflexion" will auf die enge Verwobenheit von Denken und Handeln aufmerksam machen. Wie schon Paulo Freire betonte, kann das eine nicht ohne das andere existieren, wenn ein wirklicher Dialog entstehen soll. Das Paulo Freire Zentrum hat diese Reihe initiiert, um Dokumentationen und Reflexionen von Veranstaltungen oder aktivierenden Projekten an die Öffentlichkeit zu tragen. Damit tragen die Hefte zur Verbreitung und Demokratisierung von öffentlichem Wissen bei.

Heft 13: Erfahrungsschatz von Foodcoops.

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Martin Engelmeier, Traude Kotek, Maria Legner, Ingrid Schacherl, Anna Voggeneder (2016):

Erfahrungsschatz von Foodcoops. Gemeinsam reflektieren, voneinander lernen, zusammen arbeiten in selbstorganisierten Gruppen.

Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und dialogischen Bildung. Heft 13. Wien: Paulo Freire Zentrum, Dezember 2016.

Aktion&Reflexion - Erfahrungsschatz von Foodcoops.pdf  (1.94 MB) 

Was brauchen wir für ein gutes Miteinander und ein motiviertes Zusammenarbeiten in Food-coops? Ein Jahr lang haben Mitglieder verschiedener Foodcoops (= selbstorganisierte Lebensmittel-Einkaufskooperativen) ihre Erfahrungen reflektiert, strukturiert und diskutiert. Ziel war es, Foodcoop-übergreifend und unterstützt durch die Methode der „Systematisierung von Erfahrungen“ über ehrenamtliches Engagement, Motivation oder Frust, bessere/freudvolle Zusammenarbeit und vieles mehr nachzudenken.

Die Methode der Systematisierung von Erfahrungen kommt aus Lateinamerika aus der educación popular und sollte erstmals auch in Österreich angewendet werden. Sie ermöglicht Reflexion und Lernen in der Gruppe, ohne externe Spezialist*innen, da davon ausgegangen wird, dass alles erforderliche Wissen in der Gruppe vorhanden ist. In einem einjährigen Prozess haben wir uns mit Handeln und Wissen in Foodcoops auseinandergesetzt. Wie geben wir Wissen weiter und woher und wie bekommen wir Wissen? Wie werden Aufgaben verteilt? Was wirkt auf uns und die Gruppe motivierend, was demotivierend? Was brauchen wir, um uns einbringen zu können, um aktiv zu werden?

Als Abschluss des Prozesses werden die gesammelten Erfahrungen nun festgehalten und somit neues Wissen geschaffen. Ein Ergebnis des Prozesses ist beispielsweise eine Schachtel voller „Erfahrungsschatz-Karten“ mit praktischen Anleitungen, wie die Zusammenarbeit in Foodcoops und generell in ehrenamtlichen Gruppen kreativ und konstruktiv gestaltet werden kann.



Heft 12: Verstehen, was wir tun

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Elisabeth Schmid, Anton Luger (Hg.):

Verstehen, was wir tun. Systematisierung von Erfahrungen als partizipativer Prozess.

(= Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und dialogischen Bildung; Heft 12). Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien,  Juni 2015.

 Aktion&Reflexion Heft 12.pdf  (2.14 MB) 


Systematisierung von Erfahrungen ist ein partizipativer Lernprozess, der ausgehend von den Erfahrungen der Akteure und Akteurinnen Wissen über die Praxis erzeugt. Es ist eine Methode, die es erlaubt, implizites Wissen sichtbar und sozialisierbar zu machen.
In Lateinamerika hat sich die Methode in den 1970er und 1980er Jahren vor allem im Zusammenhang mit dem Konzept der educación popular, der Arbeit in sozialen Projekten und mit der partizipativen Aktionsforschung entwickelt. Ganz im Sinne von Paulo Freire und der „Pädagogik der Befreiung“ wird bei der Systematisierung von Erfahrungen Lernen als Prozess der Bewusstwerdung der eigenen Geschichte und der eigenen Wahrnehmung definiert. Zentral dabei ist der Anspruch, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern.
Im Systematisierungsprozess wird zuerst eine relevante Erfahrung rekonstruiert und in ihren Kontexten betrachtet. In einem zweiten Schritt wird dieser Prozess interpretiert und analysiert, um die innere Logik zu verstehen. Dabei geht es um einen individuellen und gleichzeitig auch um einen kollektiven Lernprozess, um das Lernen einer Person, eines Teams oder einer Organisation. Wichtig ist, im Prozess die gleichberechtigte Beteiligung und Teilhabe jener Menschen sicherzustellen, die eine bestimmte Erfahrung gemeinsam erlebt haben.

Das Ziel dieses Textes ist es, einerseits die theoretischen Grundlagen der Methode zu beschreiben und andererseits eine Anleitung für die Durchführung einer Systematisierung von Erfahrungen zu geben. Im ersten Abschnitt werden die Basis, die wesentlichen Elemente, die Möglichkeiten und Grenzen der Systematisierung von Erfahrungen dargestellt.
Im zweiten Teil werden die fünf Schritte einer Systematisierung beschrieben.



Heft 11: Dokumentation Tagung Globales Lernen 2013

article_1532_aktion_und_reflexion_150.jpg Heidi Grobbauer (Hg.):

Globales Lernen in Österreich - Potenziale und Perspektiven. Ökonomische Krisen & zukunftsfähige Bildung. Dokumentation der Bundes-Fachtagung Wien, 14. Nov. 2013.

(= Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und dialogischen Bildung; Heft 11). Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien/Salzburg, Mai 2014.

 Aktion&Reflexion Heft 11.pdf  (2.22 MB) 


Bildung im 21. Jahrhundert kommt nicht umhin, sich mit globalen Entwicklungen und damit auch globalen  Krisenphänomenen zu beschäftigen sowie Ideen und Leitlinien einer zukunftsfähigen Entwicklung  zu diskutieren. Ökologische Grenzen des Wachstumsmodells stehen dabei ebenso im Fokus wie die Herausforderungen für die Gestaltung von Politik und Gesellschaft angesichts zunehmender sozioökonomischer Ungleichheiten und kultureller Heterogenität. Welche Rolle und welche Aufgaben kommen Bildung und Bildungssystem zu, wenn wir eine Gesellschaft des sozialen Zusammenhalts und der Gerechtigkeit - global und im Blick auf zukünftige Generationen - anstreben? Kann Bildung einen Beitrag zur Suche nach alternativen Wegen, nach tragfähigen Veränderungen hin zu einer global zukunftsfähigen Entwicklung leisten?

Mit der Fachtagung zu Globalem Lernen 2013 wurde auf die notwendige enge Verknüpfung von Globalem Lernen mit politischer und ökonomischer Bildung hingewiesen. Globales Lernen ist mit seiner inhaltlichen Fokussierung auf Prozesse der Globalisierung und auf globale Entwicklungen, vor allem aber auch mit seiner Perspektive auf globale Gerechtigkeit und eine weltweit sozial und ökologisch verträgliche Entwicklung immer auch ein Lernen über ökonomische Zusammenhänge. Globales Lernen und politische Bildung verbindet die Zielsetzung, Menschen zu politischer Partizipation zu befähigen und sie in ihrer Entwicklung hin zu mündigen (Welt-) BürgerInnen zu unterstützen. Dies beinhaltet heute neben politischer auch ökonomische Analyse- und Urteilsfähigkeit.

Heft 10: Globales Lernen in Österreich

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Heidi Grobbauer (Hg.):

Globales Lernen in Österreich - Potenziale und Perspektiven. Dokumentation der Bundes-Fachtagung. Wien, 3. Dezember 2012.


(= Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und dialogischen Bildung; Heft 10). Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Salzburg, Mai 2013.


Aktion&Reflexion_Heft 10.pdf  (798.08 KB) 

Am 3. Dezember 2012 fand an der Pädagogischen Hochschule Wien die Bundesfach-Tagung "Globales Lernen in Österreich - Potenziale und Perspektiven" statt. 170 TeilnehmerInnen haben nationale und internationale Herausforderungen für eine zukunftsfähige Bildung diskutiert. Mit dem Globalen Lernen liegt ein Konzept vor, das die "Welt" in den Blick nimmt und dessen Ziel die Befähigung zur verantwortungsvollen Mitgestaltung der Weltgesellschaft ist. Globales Lernen ist damit eine wichtige Querschnittsaufgabe für eine zeitgemäße Allgemeinbildung.

Die Tagung hat Schwerpunkte der laufenden Bildungsreformen aufgegriffen und sich in Arbeitsgruppen mit den Themen Schulentwicklung, kompetenzorientierter Unterricht, Förderung von Mehrsprachigkeit und Inklusion angesichts heterogener Schulgemeinschaften beschäftigt. Globales Lernen berührt alle Ebenen von Schul- und Unterrichtsentwicklung und braucht gut ausgebildete LehrerInnen. Die Herausforderungen, die das Lehren und Lernen in einer globalisierten Gesellschaft an Lehrende stellt und welche Kompetenzen dafür notwendig sind, haben die beiden Vorträge von Gregor Lang-Wojtasik und Werner Wintersteiner aufgegriffen. Beide Vortragenden sind langjährige ausgewiesene ExpertInnen des Globalen Lernens sowie seit vielen Jahren in der Ausbildung von LehrerInnen tätig. Ihre Vorträge sind in der Tagungsdokumentation nachzulesen, ebenso Kurzberichte aus allen Arbeitsgruppen. Die vorliegende Dokumentation stellt damit einen wertvollen Beitrag zur Theoriebildung und Weiterentwicklung von Globalem Lernen in Österreich dar und lässt die Inhalte und Diskussionsprozesse der Tagung nachhaltig wirksam werden.

Heft 9: Y va a caer! Gegen das neoliberale (Bildungs-)System

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Pia Maria Koch:

Y va a caer! Gegen das neoliberale (Bildungs-)System. Chiles Studierendenbewegung 2011-2012.


(= Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und dialogischen Bildung; Heft 9). Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, Juli 2013.


Aktion&Reflexion Heft 9.pdf  (4.05 MB) 

Die Demonstrationen und massive Mobilisierung breiter Teile der Gesellschaft für ein anderes Bildungssysstem in Chile begannen im April 2011. Damals ließen sich die Veränderungen, die die Forderungen der Jugendlichen in der Gesellschaft bis heute bewirken sollten, höchstens erahnen. Nach zwei Jahren intensiver Kämpfe hat sich das Gesicht des Landes grundlegend verändert. Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung der Studierendenbewegung Chiles und stellt sie in einen breiten historischen und gesellschaftspolitischen Kontext. Die Jugendlichen fordern eine grundlegende Veränderung des noch von der Pinochet-Diktatur geerbten Bildungsmodells. Dieses erfuhr nach dem geregelten Übergang zur Demokratie von den linksgerichteten Regierungen der Concertación weitere Modifizierungen, wodurch die dem Modell zugrundeliegende und von der Bewegung kritisierte neoliberale Grundstruktur noch tiefgreifender darin verankert wurde. Die Darstellung der historischen Entwicklungen des modernen Kapitalismus und Neoliberalismus sowie eine theoretische Darlegung der heute immer stärker um sich greifenden Ökonomisierung der Bildung, soll dazu beitragen, ein grundlegendes Verständnis für das chilenische Bildungsmodell zu entwickeln. Schließlich werden über die detaillierte Aufarbeitung der wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen seit den 1970er Jahren die Besonderheiten des politischen Systems in Chile dargelegt, die eine Veränderung des Bildungsmodells bis heute erfolgreich verhindern. Der Kampf der Studierendenbewegung, eben diesen vollständigen Systemwandel herbeizuführen, steht schließlich im Mittelpunkt des Interesses und wird anhand einer eingehenden Analyse der Bewegung, ihrer Forderungen und Ziele, aufgezeigt.

Heft 8: "Die Freiheit tun zu können was ich will"

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Sebastian Howorka:

"Die Freiheit tun zu können was ich will". Vielfalt und Ungleichheit am Beispiel der Raum- und Zeitnutzung der SchülerInnen zweier Wiener Schulen.


(= Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und dialogischen Bildung; Heft 8). Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, Juni 2013.

Aktion&Reflexion_Heft 8.pdf  (14.20 MB) 


Dieses Heft steht am Ende des Projekts Ungleiche Vielfalt, in dem SchülerInnen zweier Wiener Schulen gemeinsam mit Studierenden erforschten, wie Jugendliche in ihrem Alltag Ungleichheit und Vielfalt erleben. Auf Basis von acht qualitativen Interviews werden unterschiedliche Alltagsstrategien in der Freizeitgestaltung beschrieben, in gesellschaftliche Kontexte eingebettet und Schlussfolgerungen gezogen, welche Brücken und Barrieren sich daraus für ein gelungenes Zusammenleben in Vielfalt ergeben.

Die Ergebnisse zeigen, wie stark und gleichzeitig subtil sozioökonomische Unterschiede in den Alltag hinein wirken: Auf der einen Seite sind Freizeitaktivitäten sowohl Ausdruck als auch Quelle von sozialer Ungleichheit, da sie unterschiedliche Ausstattungen an Ressourcen voraussetzen und gleichzeitig unterschiedliche Möglichkeiten bieten, gesellschaftlich relevante Ressourcen zu erwerben. Auf der anderen Seite sind alle SchülerInnen der Meinung, in ihrer Freizeit ausschließlich das zu tun, was sie wollen - ohne zu merken, wie sehr ihr Aktionsradius von dem Milieu bestimmt wird, in dem sie sich bewegen. Die Interviews legen nahe, dass diese Milieus primär sozioökonomisch konstituiert sind und nationalkulturelle Faktoren nur von sekundärer Bedeutung sind.

Die in allen Milieus feststellbaren Abschottungstendenzen führen tendenziell zu Unwissenheit, Vorurteilen und Angst vor "den anderen" und damit zu einer ernsthaften Bedrohung für den sozialen Zusammenhalt. Um den polarisierenden Effekt familiärer Reproduktionsstrategien zu lindern, braucht es neben staatlichen Wohlfahrtseinrichtungen eine inklusive Schule, die positive Begegnungen und Austausch über diese Milieus hinweg ermöglicht.

Heft 7: Soziale Ungleichheit und kulturelle Vielfalt in europäischen Städten

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Gerald Faschingeder, Sarah Habersack, Andreas Novy, Simone Grosser (Hg.):

Soziale Ungleichheit und kulturelle Vielfalt in europäischen Städten. Dokumentation des transdisziplinären Symposiums am 14./15. Oktober 2010.

(= Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und dialogischen Bildung; Heft 7). Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, Juli 2012.

Aktion&Reflexion_Heft-7.pdf  (1016.72 KB) 

Im Oktober 2010 fand im C3-Centrum für Internationale Entwicklung in Wien das transdisziplinäre Symposium unter dem Titel Soziale Ungleichheit und kulturelle Vielfalt in europäischen Städten statt. Hiermit liegt
nun die Dokumentation dieser Veranstaltung vor. Leider hat sich dessen Fertigstellung aufgrund der Dichte der Aktivitäten im Projekt "Ungleiche Vielfalt" etwas verzögert, dies tut jedoch der Aktualität der Fragestellungen keinen Abbruch. Europäische Städte stehen noch immer durch zunehmende soziale Ungleichheit und kultureller Vielfalt vor großen Herausforderungen. Mechanismen, die Gesellschaft organisiert und sozialen Zusammenhalt in Städten ermöglicht haben, verlieren an Einfluss und werden in Frage gestellt. Das komplexe Zusammenspiel von städtischer, nationaler, europäischer und globaler Ebene, verstärkt durch die derzeitige Wirtschaftskrise, lässt lokale Akteure diese Herausforderungen besonders spüren.

Welche Art von Wissen und Kooperationen brauchen lokale Akteure, um handlungsfähig zu sein und die Entwicklung europäischer Städte aktiv zu gestalten? Welche Rolle kann Forschung dabei spielen und wie müssen Kooperationen zwischen Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft künftig gestaltet werden, um durch gesellschaftlich relevantes Wissen, Handeln zu ermöglichen? Dies waren die Leitfragen des transdisziplinären Symposiums, die anhand von Beispielen aus der transdisziplinären Forschung an der Schnittstelle Stadtentwicklung, Bildung und Transkulturalität diskutiert wurden. Die verschiedenen Antwortvorschläge, die dabei vorgetragen wurden, finden sich nun in diesem Band zum Nachlesen.


Heft 6: Grenzüberschreitungen. Partizipative Methoden im Projekt "Ungleiche Vielfalt"

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Katharina Auer:

Grenzüberschreitungen. Partizipative Methoden im Projekt "Ungleiche Vielfalt".

(= Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und dialogischen Bildung; Heft 6). Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, Juni 2011.

Aktion&Reflexion Heft 6.pdf  (273.97 KB) 


Der Fokus dieses Aktion & Reflexion Hefts ist eine projektbegleitende Analyse der partizipativen Methoden im Projekt Ungleiche Vielfalt. Dabei wird Partizipation umfassend verstanden ein Zugang, der über die Rolle von Partizipation im Forschungsprozess hinausgeht und auch die epistemologischen Grundlagen und somit den Anspruch an partizipatives Wissen miteinbezieht. Dazu muss der Begriff kritisch betrachtet und um den Aspekt der Macht erweitert werden. Wer nimmt woran teil? Zu welchem Zweck? sind Fragen, die zu berücksichtigen sind, um der Gefahr zu entgehen, Partizipation als leere Worthülle zu instrumentalisieren. Aus diesem Grund geht die Analyse vom Konzept des powercube aus, entwickelt von John Gaventa am Institute for Development Studies. In der Analyse des Projekts Ungleiche Vielfalt aus Sicht des powercube treten bestimmte Felder in den Vordergrund, während andere sich als nicht relevant erweisen. Folgende Forschungsfragen bearbeitet die Studie:

  • Wie ist die Kohärenz von Form und Inhalt des Projektes" Vielfalt der Kulturen ungleiche Stadt zu bewerten? Werden Methoden eingesetzt, die der Absicht der Erweiterung der Handlungsspielräume gerecht werden?
  • Welche Art von Wissen wird für wen durch das Projekt geschaffen?
  • Welche neuen Perspektiven für Denken und Handeln eröffnet das Projekt für alle Beteiligten?


Heft 5: Ungleiche Vielfalt der Mobilität

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Gerald Faschingeder, Andreas Novy, Sarah Habersack, Simone Grosser:

Ungleiche Vielfalt der Mobilität.

(= Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und dialogischen Bildung; Heft 5). Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, März 2010.  

Aktion&Reflexion_Heft 5.pdf  (986.79 KB) 


Das Heft bietet eine erste Auseinandersetzung mit dem Begriff der Mobilität Jahresthema des Projekts "Ungleiche Vielfalt". Mobilität ist im Sinne Paulo Freires ein generatives Wort, da es für alle am Projekt Beteiligten einen zentralen Stellenwert einnimmt und zahlreiche Widersprüche in sich fasst. Neben einer geschichtlichen Auseinandersetzung zum Begriff und zum Phänomen Mobilität steht der dialektische Zusammenhang zwischen räumlicher und sozialer Mobilität im Mittelpunkt. Das Zusammenspiel der verschiedenen Aspekte von Bewegung in Raum und Gesellschaft erfordert eine Denkweise, die vermeintliche Widersprüche verbindet, denn jede Form der Mobilität steht mit anderen in Verbindung und gerade das Zusammenspiel im Sinne einer Häufung von großer oder geringer, freiwilliger und erzwungener Mobilität in ihren räumlichen und sozialen Dimensionen ist für das Forschungsprojekt bedeutsam. Im Fokus steht die Beziehung von Mobilität und Freiheit, d.h. der Möglichkeit, den Status Quo zu verändern und Neues zu schaffen für sich und in der Gesellschaft. 


Heft 4: Incubadoras an brasilianischen Universitäten

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Michaela Hauer:

Incubadoras an brasilianischen Universitäten.

(= Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und dialogischen Bildung; Heft 4). Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, Feber 2010.  

Aktion&Reflexion_Heft4.pdf  (1.05 MB) 



Incubadoras an brasilianischen Universitäten bilden Schnittstellen zu benachteiligten Bevölkerungsgruppen und sind gleichzeitig Instrumente der Weiterbildung in der Solidarökonomie. Die Idealvorstellung von Bildung in Incubadoras geht über den Zweck, inhaltliches Faktenwissen zu vermitteln, hinaus. Ziel ist es, mit  emanzipatorischer Erwachsenenbildung und partizipativen Prozessen der Haltung von Paulo Freire folgend Persönlichkeiten hervorzubringen, die in der Lage sind, die Realität kritisch zu hinterfragen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Darüber hinaus nehmen öffentliche Universitäten durch die Incubadoras ihre gesamtgesellschaftliche Verantwortung wahr, indem sie ausgeschlossenen Teilen der Bevölkerung mit der Demokratisierung von Wissen Zugang zu Bildung bieten und im Sinne der Solidarökonomiebewegung zu ihrer ganzheitlichen Inklusion beitragen. In der in Europa oft geführten Diskussion Employability-Ansatz versus humanistische Bildung können die Bildungsmethoden der brasilianischen Incubadoras Denkanstöße zur Überwindung einer bisweilen dualistischen Sichtweise in dieser Frage bieten.


Heft 3: The World is emerging on the current relevance of Paulo Freire

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Novy, Andreas:

The World is emerging on the current relevance of Paulo Freire.

(= Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und Bildung; Heft 3). Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, November 2009.

Aktion&Reflexion_Heft 3.pdf  (453.43 KB)


Paulo Freire was the most outstanding popular educator in Brazil and founder of pedagogy of liberation and a mass movement for adult alphabetization. His educational approach based on raising the consciousness (Conscientização) links action to reflection. This article analyses the contribution of Freires posture and world-view for current development studies and education. The following arguments are presented in four sections: Firstly, reading the world is a critical undertaking to understand the reality based on dialogue, dialectics and a contextualized and problem-oriented approach. Secondly writing the world is acting in a world structured by domination and oppression which calls for a non-dualistic approach that links agency and structure and ethics and rationality in an attempt of overall democratization. Section three is dedicated to case studies which aim at contextualizing Freires approach for Vienna in the 21st century. Section four summarizes the arguments, focusing on its implications for development studies by pursuing the traditions introduced by Pierre Bourdieu and Roy Bhaskar.


Heft 2: Methodologie transdisziplinärer Entwicklungsforschung

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Andreas Novy, Barbara Beinstein, Christiane Voßemer:

Methodologie transdisziplinärer Entwicklungsforschung

(= Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und Bildung; Heft 2).
Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, Oktober 2008.


 Aktion&Reflexion_Heft_2.pdf  (767.13 KB) 

Dieser Artikel bietet einen Einstieg für Feldforschungen zum Themenfeld Entwicklungsforschung, die die Trennung von Objekten und Subjekten der Forschung überwinden wollen. In einem ersten Teil werden drei verschiedene Zugänge zum Themenfeld Entwicklungsforschung dargestellt, wobei der Ansatz betont wird, der eine breitere, auch Europa und die USA integrierende Sichtweise von Entwicklungsforschung verfolgt. Der zweite Teil widmet sich der interpretativen Sozialforschung und hierbei den beiden Methoden der teilnehmenden Beobachtung und des ero-epischen Gesprächs. Dabei wird die Variante von interpretativer Sozialforschung betont, die als Teamarbeit und im Rahmen einer kumulativ-zirkulären Forschung organisiert ist. Hinzu kommen praktische Hilfestellungen für Forschende, die mit diesem Forschungszugang noch nicht vertraut sind. Der dritte Teil widmet sich der Transdisziplinarität als einem Forschungsprogramm, das Wissen über die Mauern der Universität hinaus organisiert, indem es das Erfahrungswissen der Akteurinnen vor Ort aktiviert und in den Lern- und Forschungsprozess einbringt. Auch in diesem Kapitel, in dem es um die gesellschaftliche Verantwortung der Wissenschaft geht, werden neben grundlegenden Überlegungen zur Organisation der Forschung praktische Hinweise für transdisziplinäres Forschen gegeben.



Heft 1: Dialog oder Konflikt der Kulturen?

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Andreas Novy, Lukas Lengauer, Anna Kaissl, Melanie Wawra, Jennifer Ziegler:

Dialog oder Konflikt der Kulturen?

(= Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und Bildung; Heft 1). Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, Oktober 2008. 

Aktion&Reflexion_Heft_1.pdf  (230.90 KB) 


Kultur ist nicht nur im Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs 2008 in aller Munde, und doch bleibt der Gehalt des Begriffs häufig schwer fassbar und verschwommen. Im Zuge des Projekts Hauptschule trifft Hochschule entstanden, bietet dieser Artikel Überblick über Konzepte, Theorien und Analysen, um das komplexe Themenfeld Kultur zu begreifen. Ausgehend von einem Panorama zentraler Definitionen des Begriffes, kreisen die hier diskutierten Ansätze und Thesen um die Opposition von Dialog und Kampf der Kulturen. In einem kritischen Schweifzug durch Diskurse über Kultur(en) werden sowohl Konzepte wie Multi-, Inter- und Transkulturalität, als auch die kulturalistischen Thesen von Samuel Huntington beleuchtet, wobei die AutorInnen letztere auf der Basis von Konzepten wie Orientalismus, Hybridität und Übersetzung problematisieren. Die Auseinandersetzung mit Daten des 2. Österreichischen Migrations- und Integrationsberichtes 2001-2006 ermöglicht außerdem eine Verbindung zwischen diesen theoretischen Ansätzen und der österreichischen Situation im Hinblick auf Formen von Konflikt und Dialog der Kulturen herzustellen.



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