Der online-Feedbackbogen über die 5. österreichische Entwicklungstagung 2011 in Krems, der von 112 TeilnehmerInnen ausgefüllt wurde, brachte einige informative und aufschlussreiche Ergebnisse sowie interessante Denkanstöße für eine nächste Konferenz.
Die Fortsetzung des Vortrags von Andreas Novy drehte sich in erster Linie um die verschiedenen Formen von Staatlichkeit, die er an diversen Länderbeispielen beobachtete. Als Einleitung für die folgenden Tagungsdiskussionen, ermutigte er dazu, voneinander zu lernen und gemeinsam oder auch einzeln Gemeinwohl zu entwickeln.
Den Auftakt zur Entwicklungstagung gestaltete Andreas Novy, wobei er die zentralen Fragestellungen in den Raum warf und die Begriffe Staat, Zivilgesellschaft und Gemeinwohl vorstellte. Diese zog er an geographischen sowie thematischen Beispielen auf und betonte dabei das primäre Ziel der Tagung, nämlich Horizonte zu erweitern. Der Vortrag zum Nachlesen in 2 Teilen.
Was bleibt von der 5. Entwicklungstagung, auf der mit prominenter Besetzung zentrale Fragen der Weltentwicklung diskutiert wurden? Mit „Gemeinwohl entwickeln. Der Staat zwischen Gemeinschaft und Weltgesellschaft" wurden eine Vielzahl an Fragen aufgerissen und Widersprüche sichtbar. Was wurde gelernt? Wie geht es weiter? Versuch einer Synthese.
Zum Abschluss der Entwicklungstagung in Krems wurden am Runden Tisch unter anderem die Definition des Begriffs „Gemeinwohl“ sowie die Rolle des Staates diskutiert. Ein kontroversieller Ausklang mit klaren Standpunkten und offenen Fragen.
Einen geografisch weiten Bogen spannten die fünf Präsentationen der JungforscherInnen am letzten Tag der diesjährigen Entwicklungstagung und nahmen das Publikum mit auf eine Reise von Südamerika bis nach Afrika.
In seinem Input am letzten Tag der Entwicklungstagung mit dem Titel „Der Staat in Zeiten der Globalisierung. Der große Sprung nach Vorn im thailändischen Gesundheitssystem“ diskutierte Wolfram Schaffar, Gastprofessor am Institut Internationale Entwicklung (Uni Wien), die Möglichkeiten und Spielräume für Staaten, zur Entwicklung von Gemeinwohl beizutragen.
Daniel Keftassa ist Agronom und Entwicklungsberater aus Äthiopien. Wie es ihm gelingt, die Bedürfnisse und Interessen der lokalen Bevölkerung in Projekten aufzugreifen und was hinter dem „community based approach“ steckt, erzählte er auf der 5. Entwicklungstagung.
Im Workshop 4 der Entwicklungstagung wurde das Modell des „partizipativen Budgets“ vorgestellt – ein Konzept, das im Brasilien der 80er Jahre entstanden ist, seitdem in über 300 europäischen Städten angewandt wurde und mittlerweile auf dem Weg der EZA wieder in die Länder des Südens wandert.
In Workshop 3 wurde in das Konzept des Globalen Lernens eingeführt und über Inhalte und Aufgaben der Politischen Bildung im globalen Kontext diskutiert. Wie können die nationalstaatlich geprägten Strukturen der Politischen Bildung auf transnationaler Ebene angewandt werden?
In diesem Workshop setzten sich die TeilnehmerInnen mit Ingrid Schwarz von Südwind NÖ Süd und Gottfried Mernyi von der Kindernothilfe Österreich mit entwicklungspolitischen Resolutionen des niederösterreichischen Landtags und ihren Weg in die Gesellschaft auseinander.
Über die zahlreichen Dilemmata der humanitären Hilfe diskutierte Martina Schloffer, Leiterin der internationalen Hilfe des Roten Kreuzes, mit den TeilnehmerInnen des ersten Workshops. Selbstkritisch. Und ehrlich.
Neben Vorträgen und Workshops gab es bei der 5. Entwicklungstagung zum ersten Mal ein Open Space Forum. Unter der Leitung von Markus Distelberger wurde ein Raum für Themen geschaffen, die im „geregelten“ Rahmen nicht oder nur marginal zur Sprache kamen.
Über die Rolle von Staat und Zivilgesellschaft in Äthiopien sowie über gemeindeorientierte Entwicklungsmodelle sprach am Samstagvormittag, den 15. 10. 2011, der Agronom und Entwicklungsexperte Daniel Keftassa.
Ihre umfassende Kritik an staatlichen und internationalen AkteurInnen in Sri Lanka schloß Padma Pushpakanthi mit einem Plädoyer für zivilgesellschaftliche Mobilisierung und Selbstorganisation ab. Dass das Ringen um staatliche Macht im Kampf um neue Weg nicht zu vernachlässigen sei, stand in der nachfolgenden Diskussion im Mittelpunkt.
„Gemeinwohlentwicklung dank oder trotz des Staates?“ Ausgehend von dieser Frage kritisierte Padma Pushpakanthi, nationale Koordinatorin der NGO Savistri – „Frauen für alternative Entwicklung“ – Samstag vormittags auf der Entwicklungstagung entwicklungspolitische Tendenzen in Sri Lanka und verwies gleichzeitig auf mögliche Alternativen.
Diese Frage reflektierte Irene Giner-Reichl, Sektionsleiterin der OEZA im BMeiA, am Morgen des zweiten Konferenztages im Gespräch mit Irmgard Kirchner (Südwind Magazin). Eine Zusammenfassung.
Seinen Vortrag beendete Marcio Pochmann mit der Benennung der zwei größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Kommentiert wurden seine Worte aus Perspektive der politischen Bildung und der Entwicklungspolitik.
Den Eröffnungsvortrag der 5. österreichischen Entwicklungstagung hielt am Freitag, den 14. Oktober 2011, ein Gast aus Brasilien: Marcio Pochmann berichtete über die Erfahrungen des lateinamerikanischen Landes mit dem Wohlfahrtsstaat.
Wie Gemeinwohl zu entwickeln ist und welche Rolle der Staat im Entwicklungsdiskurs einnimmt – diese Fragen stellten sich die ReferentInnen und TeilnehmerInnen der 5. Entwicklungstagung am vergangenen Wochenende. Einleitend stellte Andreas Novy jene spannenden Fragen vor, die für die Vorbereitungsgruppe der Tagung leitend waren.