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Vielfalt der Kulturen - ungleiche Stadt

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Ein transdisziplinäres Forschungsprojekt über Stadtentwicklung, sozialen Zusammenhalt und Transkulturalität.

Seit drei Jahren arbeiten Paulo Freire Zentrum, WU Wien und Kooperative Mittelschule 18 im Projekt Hauptschule trifft Hochschule zusammen. Aus dieser erfolgreichen Kooperation entsteht nun ab 2010 im Rahmen der Förderschiene "Sparkling Science" des Wissenschaftsministeriums ein neues Projekt unter dem Titel "Vielfalt der Kulturen - ungleiche Stadt".


Die Stadt ist ein Ort, wo zahlreiche unterschiedliche Kulturen und soziale Schichten aufeinander treffen. Türkische, serbische und österreichische Kinder teilen nicht selten in Wien das Klassenzimmer miteinander und sind auch in ihrem außerschulischen Leben mit kultureller Vielfalt konfrontiert. Soziale Ungleichheiten, wie Hürden bei der Schulaufnahme oder Arbeitslosigkeit der Eltern, spielen eine zentrale Rolle in ihrem Leben. „Vielfalt der Kulturen – ungleiche Stadt“ stellt die Frage, wie gerade Kinder und Jugendliche diese kulturelle Vielfalt und soziale Ungleichheit erleben. Im ersten Jahr wird das Thema „Mobilität“ im Mittelpunkt stehen, für das zweite Jahr wird gemeinsam ein Themenfeld ausgewählt. Im Mittelpunkt des Projektes stehen die persönlichen Erfahrungen der SchülerInnen selbst. Ihr Denken und Handeln soll erfasst werden und ist Ausgangspunkt aller weiteren Forschungen. Wo bewegen sich Mädchen und Burschen in der Stadt? Welche Institutionen fördern oder behindern ihre Entwicklung? Welche Barrieren stehen ihnen im Weg und welche Brücken zwischen verschiedenen Lebensumfeldern können sie bauen?

Auftaktveranstaltung Vielfalt der Kulturen - ungleiche Stadt

Dialogabend am Di, 9. März 2010, 18:00
in der Kooperativen Mittelschule KMS 18, Schopenhauerstraße 79, 1180 Wien

Mit:

Rüdiger Teutsch
Leiter der Abteilung "Migration, interkulturelle Bildung und Sprachenpolitik" im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur.

Murat Süsoy
Schulexperte, Vertreter der türkischen Muttersprachenlehrer in Wien

Moderation:
Andreas Novy
Wirtschaftsuniversität Wien, Paulo Freire Zentrum

Nicht allen Kindern und Jugendlichen stehen die gleichen Entwicklungschancen offen. Gerade im Bildungsbereich zeigen sich vermehrt Tendenzen der sozialen Polarisierung. Der OECD Bericht 2009 für Österreich weist auf einige Schwachstellen im hiesigen Schulsystem hin. Kindern aus sozial benachteiligten und migrantischen Familien wird der Zugang zu Bildung oft erschwert.

Rüdiger Teutsch stellt die bildungspolitischen Empfehlungen der OECD zur sprachlichen und kulturellen Diversität vor. Murat Süsoy bringt Überlegungen aus der Sicht des Interkulturellen Lernens ein. Folgenden Fragen wird nachgegangen:

  •  Was bedeutet kulturelle Vielfalt für den Schulalltag?
  • Wie zeigt sich soziale Ungleichheit bei Jugendlichen?
  • Welche Bildungschancen bestehen für migrantische SchülerInnen?

Folder  Vielfalt_Kulturen_2010.pdf  (186.23 KB) 



Beteiligte Schulen

•    KMS 18, Wien
•    BG Wien 18, Wien
•    OŠ Aleksa Šantic, Sečanj, Serbien
•    Istanbul Lisesi, Cağaloğlu/Istanbul, Türkei

Die Wiener Schulen werden direkt mit der Wirtschaftsuniversität Wien im Rahmen universitärer Lehrveranstaltungen von März bis Juni 2010 und von März bis Juni 2011 zusammenarbeiten. Innerhalb dieser zwei Lehrveranstaltungen werden sich Gruppen (so genannte Forschungsteams), bestehend aus 3-4 Studierenden und ca. ebenso vielen SchülerInnen der Wiener Schulen, bilden, in denen zu eigenen Forschungsthemen zum Jahresthema „Mobilität“ gearbeitet wird. In den vergangenen Jahren wurden beispielsweise mit den SchülerInnen der KMS 18 zum Jahresthema „Dialog und Konflikt der Kulturen“ Forschungsthemen wie Religion oder Mehrsprachigkeit bearbeitet.

Die Zusammenarbeit mit den ausländischen Schulen gestaltet sich auf andere Weise. Die Schulen in Serbien und der Türkei sollen zu denselben Forschungsthemen, jedoch an ihr Lebensumfeld angepasst, arbeiten und erhalten in Folge methodische Unterstützung in Form eines Handbuchs für LehrerInnen. Ebenso wird es eine Internet-Plattform geben, über die SchülerInnen, LehrerInnen und StudentInnen aller vier Schulen miteinander in Kontakt stehen und Ergebnisse austauschen können (www.ungleichevielfalt.at). 

Kurzfassung+Projektdarstellung.pdf  (116.71 KB) 
Serbisch_Prevod.pdf  (148.01 KB) 
Kueltuerlerin cesitliligi.pdf  (187.98 KB) 



Forschungslabors


Forschungslabors sind zweitägige Veranstaltungen, die im März 2010 und 2011, jeweils zum Auftakt der Lehrveranstaltungen stattfinden. SchülerInnen der beiden Schulen in Österreich, Studierende, DiplomandInnen und interessierte LehrerInnen nehmen daran teil, wobei auf altersmäßige, soziale und geschlechtsspezifische Durchmischung geachtet wird. In den Forschungslabors werden Grundlagen und Methoden der qualitativen Sozialforschung gelehrt mit besonderem Augenmerk auf nicht-verbalisierte Methoden, um sprachliche Grenzen aufzuweichen. Die Forschungslabors werden von den wissenschaftlichen Leitern und Mitarbeiterinnen bzw. extern hinzugezogenen ExpertInnen betreut.
Die Forschungslabors dienen dazu, SchülerInnen und Studierenden mit einer Methode vertraut zu machen, die sie in weiterer Folge in den Forschungsteams verwenden können, um ihre Fragestellung zu bearbeiten.

Im Frühjahr 2010 werden zu den folgenden zwei Methoden Labs angeboten:

1.    Theaterwelten: Die SchülerInnen und Studierenden werden Theater und Schauspiel als wichtigen Teil partizipativer Forschungsmethoden kennen lernen.
Aufbauend auf der Methode des Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal wird gemeinsam an der Methode für die folgenden emanzipatorischen Forschungsschritten gearbeitet:
  • Alltagsstrategien erkennen
  • Non-verbales Erfahrungswissen aktivieren
  • Soziale Realitäten verstehen
Termin: 22. und 23. März 2010, jeweils 8 – 14 Uhr
vorlaeufiges Programm_Theaterwelten.pdf  (106.89 KB) 


2.    Sprachwerkstatt: Die SchülerInnen und Studierenden lernen über die Methode des qualitativen Interviews aktiv und bewusst zu fragen, zu hören und zu verstehen.
Folgende Aspekte werden dafür gemeinsam erarbeitet:
  • Kommunikation verstehen lernen
  • Das Interview:
o    Wie formuliere ich Fragen?
o    Wie stelle ich Fragen?
o    Wie gestalte ich eine Gesprächssituation?
o    Wie gehe ich mit den Antworten um?

Termin: 25. und 26. März 2010, jeweils 8 – 14 Uhr
vorlaeufiges Programm_Sprachwerkstatt.pdf  (149.14 KB) 


gefördert von

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