Hilfe!? (Gem)Einsam für eine bessere Welt.

13.01.2016 |
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Eine Living Books Veranstaltung zu sozialem und politischem Engagement in Ehrenamt und Beruf.

Zeit: Mi., 16. März 2016, 14-18.30 Uhr
Ort: C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik, Sensengasse 3, 1090 Wien

 ***Einen Bericht und Fotos zur Veranstaltung finden Sie hier: http://www.pfz.at/article1825.htm

***Außerdem entstand ein C3-Radiobeitrag, der hier nachzuhören ist: http://c3radio.podspot.de/post/c3-radio-hilfe-gemeinsam-fur-eine-bessere-welt/

 

Die Gründe, sich gesellschaftlich in der Freizeit und/oder beruflich für Gerechtigkeit und Gleichheit einzusetzen, sind vielfältig. Viele dieser Beweggründe bleiben uns verborgen, weil im alltäglichen Tun selten Zeit bleibt, sich mit anderen über die eigene Praxis auszutauschen. Oder wollen bzw. sollen wir die Gründe für soziales Engagement vielleicht gar nicht so genau kennen?

Gemeinsam oder einsam?

Die Auseinandersetzung mit dem Thema in der Gesellschaft ist widersprüchlich: Einerseits wird die enorme Leistung von Freiwilligen anerkannt. Oft werden aber gerade diejenigen, die sich für eine gerechtere Gesellschaft einsetzen, zur Zielscheibe öffentlicher Kritik. So dient die Kreation des negativ behafteten Begriffs "Gutmenschen" (übrigens: von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Unwort des Jahres 2015 gekürt) nicht zuletzt der Verleugnung gesellschaftlicher Verantwortung und globaler Zusammenhänge durch Abwertung jener, die bereit sind, sich für andere zu engagieren. Auch Menschen, die sich die Vision einer gerechteren Welt im beruflichen Leben zur Aufgabe gemacht haben, werden oft nicht wertgeschätzt. Manchmal führt diese Situation zu einem Gefühl des Kämpfens gegen Windmühlen.

Darüber hinaus sind die Helfenden nicht immer für diese Tätigkeit ausgebildet. Die Auslagerung von professioneller Hilfe ins Ehrenamt erleichtert, dass Fortbildung und Supervision strukturell und finanziell zu kurz kommen. Helfen will jedoch gelernt sein und braucht einen unterstützenden Rahmen. Wann und wodurch gelangen Helfende an ihre Grenzen? Ist ihr Einsatz von Gemeinsamkeit geprägt oder fühlen sie sich als Einzelkämpfer und einsam? Es drängen sich die Fragen auf: Warum ist es so schwer, Anerkennung zu bekommen? Welche Kräfte verhindern, dass freiwilliges Engagement ansteckend wirkt und zu gesellschaftlicher Transformation führt? Und woraus ziehen diese Menschen die Motivation, trotz gesellschaftlicher Widersprüche, an ihren Visionen festzuhalten?

Visionen und Motive

Gesellschaftliche Transformation braucht Motive und Visionen, die geteilt werden. Nicht zuletzt haben uns die vergangenen Monate gezeigt, dass sich viele Menschen motivieren können, unentgeltlich einen beeindruckenden Beitrag für Andere zu leisten. Die Formen dieses gesellschaftlichen Engagements sind divers: Die Bandbreite reicht von ehrenamtlichen Einsätzen in Hilfsorganisationen über individuelle Initiativen bis hin zur Entscheidung für einen sozialen Beruf. Inwieweit überwiegt für diese Menschen die Motivation, die Welt zu einem besseren Ort machen zu wollen gegenüber dem Gefühl, für ein immer stärker ausgehöhltes Sozialsystem einspringen zu müssen? Viele Freiwillige, die bei der Bewältigung der Unterbringungskrise im Herbst 2015 mitgeholfen haben, berichten von einem Spannungsfeld zwischen persönlicher Erfüllung und dem Gefühl, strukturell ausgebeutet und letztendlich hilflos zu sein. Gilt das auch für andere Bereiche gesellschaftlichen Engagements? Und: Wer beutet wen aus? Wie könnten Menschen beim Unterstützen unterstützt werden? Welche Visionen und Ziele haben sie?

Miteinander reden statt übereinander

Die Veranstaltung hat zum Ziel, die Perspektive von gesellschaftlich engagierten Menschen erfahrbar und verstehbar zu machen. Das Format living books bindet sie als sogenannte "Lebende Bücher" so ein, dass sie im persönlichen Zweiergespräch Einblick in ihre Erfahrungen und ihre kritische Auseinandersetzung mit ihrem ehrenamtlichen und/oder beruflichen Engagement geben können. Mit den BesucherInnen reflektieren sie zentrale Themen ihrer Arbeit, ihre Motivation und ihre Visionen. Die BesucherInnen bekommen dabei Gelegenheit, Fragen zu stellen und aus ihrer eigenen Erfahrung zu berichten. Das gegenseitige Lernen steht im Vordergrund.

Damit wird ein Raum geschaffen, in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft und Geschichte, mit unterschiedlichen Berufen und Lebensanschauungen zusammen kommen und gemeinsam die Frage nach der Bedeutung transformativer Tätigkeiten in ihrem Leben erörtern sowie die strukturellen Defizite und Machtfragen reflektieren. Respekt und Wertschätzung ohne gegenseitiges Überzeugenwollen sind bei diesem Format besonders wichtig.

Wie funktioniert living books?

Der Ablauf ist unkompliziert: Als BesucherIn einer living books Veranstaltung wählt man zuerst aus einem bereitgestellten Katalog einen der aussagekräftigen "Buchtitel" aus und bucht das lebende Buch bei einer zentralen Verleihstelle (Desk der Bibliothek). Das "living book" und der/die BesucherIn gehen nach erster Kontaktaufnahme zu einem Tisch, wo das rund halbstündige Gespräch beginnen kann.

Das Spektrum der einzelnen "Buchtitel" ist breit und variiert je nach Thema. Bei living books steht im Vordergrund, dass die Vielfalt unserer Gesellschaft persönlich erlebbar wird. Für die Veranstaltung werden 15 lebende Bücher aus den Bereichen national und international tätiger Hilfsorganisationen, privater Initiativen, Altersbetreuung, ZivildienerInnen, karitativer Vereine, kirchlicher Organisationen, Jugendarbeit, Bildungsinitiativen, Ministerien sowie politisch aktiver Vereine gesucht.

Ablauf:

Teil I:
14.00-16.00 Für angemeldete Schulklassen!  Liste der Bücher Teil 1.pdf
16.00-16.30 Pause mit Erfrischungen.


Teil II:
16.30-18.30 Öffentliche Veranstaltung!   Liste der Bücher Teil 2.pdf
18.30-20.00 Ausklang bei Erfrischungen.





Eine Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bildung im C3ntrum
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in Kooperation mit
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